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Kavaliersschmerzen

Synonyme: Bräutigamschmerzen, blaue Hoden
Englisch: blue balls

1 Definition

Unter den Kavaliersschmerzen ist ein Phänomen zu verstehen, in dessen Rahmen es beim Mann zu mitunter starken Schmerzen im Bereich des Unterbauchs und der Hoden in Folge sexueller Erregung bei ausbleibender Ejakulation kommt. In seltenen Fällen kann es auch zu diesem Schmerzen kommen, obwohl eine Ejakulation stattgefunden hat. Dies ist insbesondere dann zu beobachten, wenn eine Erektion über einen langen Zeitraum hin aufrechterhalten wurde.

2 Begrifflichkeit

Der Begriff Kavaliersschmerz rührt von der Vorstellung her, dass ein höflicher und die Frau umsorgender Mann - ein Kavalier - während des Geschlechtsverkehrs seinen Orgasmus solange herauszögern sollte, bis die Frau sexuell vollumfänglich befriedigt ist.

3 Symptomatik

Wie erwähnt kommt es nach langer sexueller Erregung ohne Ejakulation häufig zu einem brennenden und stechenden Schmerz im Bereich der Hoden und des männlichen Unterleibes. Dieser kann so stark sein, dass der Betroffene langsamer und gebeugt geht. Eine gesundheitliche Gefahr geht von dem Kavaliersschmerz nicht aus.

4 Ursache

Als Folge sexueller Erregung kommt es beim Mann zu einer Vasodilatation der den Penis und die Hoden versorgenden Arterien bzw. Arteriolen. Gleichzeitig erfolgt in den ableitenden Venen eine Vasokonstriktion. Dadurch erhöht sich die Blutmenge in den männlichen Genitalien um bis zu 30 bis 40 %. Der Tonus der Samenwege ist deutlich erhöht, da sich der Organismus auf die Ejakulation vorbereitet, in denen rhythmische Kontraktionen der ableitenden Samenwege das Sperma herausbefördern. Kommt es nun trotzt hohem Erregungszustand nicht zu einer Ejakulation, kann es zu Krämpfen der hochgradig erregten glatten Muskulatur der Samenwege kommen, welches zu den typischen Schmerzzuständen führt.

5 Therapie

Es handelt sich um ein harmloses, wenngleich sehr unangenehmes Phänomen, welches einige Minuten bis Stunden nach der Erregung meist vollständig abklingt. Schnellere Besserung bringt gegebenenfalls das Herbeiführen einer Ejakulation.

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Fachgebiete: Urologie

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