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Kardioplegie

Synonym: Herzstillstand
Englisch: cardioplegia

1 Definition

Unter einer Kardioplegie versteht man den Stillstand des Herzens in situ.

2 Einteilung

Man unterscheidet zwei verschiedene Formen der Kardioplegie:

Im engeren Sinn wird der Begriff "Kardioplegie" - vor allem im angelsächsischen Raum - eher für den iatrogen induzierten Herzstillstand verwendet.

3 Technik

Für eine künstlich herbeigeführte Kardioplegie wird eine kardioplegische Lösung in die Koronararterien appliziert. Kardioplegische Lösungen können hypotherm (Temperatur von 4 °C) oder normotherm sein. Sie weisen pharmakologisch verschiedene Zusammensetzungen (z.B. Procain, Magnesium, Kalium) auf.

Hyperkaliämische Lösungen enthalten zwischen 20 und 25 mmol/l Kalium (normal: 3,5 bis 5,3 mmol/l). Sie führen über die resultierende permanente Membrandepolarisation zu einem raschen diastolischen Herzstillstand.

4 Physiologie

Hypotherme Kardioplegie senkt den Sauerstoffverbrauch des Herzens auf etwa 0,05 ml/100 g Herzgewebe/min. Die Zusammenhänge lassen sich mittels des Van't-Hoff-Gesetzes nachvollziehen. Unter Ruhebedingungen werden normalerweise 10 ml/100 g Herzgewebe/min benötigt. Durch die Reduktion des Sauerstoffbedarfs um rund 95% können Ischämiezeiten von bis zu 2 Stunden toleriert werden.

5 Literatur

Henne-Bruns, Düring, Kremer: Duale Reihe - Chirurgie (2007), S. 997

Fachgebiete: Herzchirurgie

Diese Seite wurde zuletzt am 18. November 2021 um 21:58 Uhr bearbeitet.

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