Handdynamometer
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LoslegenEnglisch: hand dynamometer, handgrip dynamometer
Definition
Ein Handdynamometer ist ein Messgerät zur quantitativen Bestimmung der Greifkraft, v.a. der maximalen isometrischen Greifkraft.
Funktionsprinzip
Handdynamometer erfassen die beim Zusammendrücken eines Handgriffs ausgeübte Kraft. Je nach Bauart erfolgt die Messung mechanisch, hydraulisch oder elektronisch. Die Messwerte werden in Newton (N) oder Kilogramm (kg) angegeben.
Die mit einem Handdynamometer gemessene Greifkraft resultiert aus dem Zusammenwirken mehrerer Hand- und Unterarmmuskeln. Maßgeblich sind die langen Fingerbeuger (Musculus flexor digitorum profundus und Musculus flexor digitorum superficialis). Unterstützend wirken die Thenarmuskulatur, die Hypothenarmuskulatur und die intrinsische Handmuskulatur. Die Handgelenkextensoren stabilisieren das Handgelenk während der Kraftentwicklung.
Eine isolierte Beurteilung einzelner Muskeln ist nicht möglich.
Durchführung
Der Patient umschließt das Handdynamometer mit einer Hand und drückt es mit maximaler Kraft zusammen. Die Messung erfolgt standardisiert, häufig im Sitzen bei etwa 90° gebeugtem Ellenbogen. Üblicherweise werden mehrere Messungen an beiden Händen durchgeführt.
Klinische Bedeutung
Handdynamometer werden zur Diagnostik und Verlaufskontrolle einer verminderten Muskelkraft eingesetzt, insbesondere bei:
Nach den EWGSOP2-Kriterien gelten Handkraftwerte unter 27 kg bei Männern bzw. unter 16 kg bei Frauen als Hinweis auf eine verminderte Muskelkraft und damit auf eine mögliche Sarkopenie.[1]
Quellen
- ↑ Cruz-Jentoft AJ et al. Sarcopenia: revised European consensus on definition and diagnosis. Age Ageing. 2019;48(1):16–31. DOI: 10.1093/ageing/afy169