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Hämatin

1 Definition

Hämatine sind Komplexverbindungen der Häme mit einem dreiwertigen Eisen-Ion (Fe3+) und einem Hydroxid-Ion als Liganden.

2 Medizinsche Bedeutung

Hämatin entsteht unter anderem durch das Zusammentreffen von Hämoglobin und Salzsäure, z.B. im Rahmen einer oberen gastrointestinalen Blutung (OGIB). Dabei wird das zweiwertige Eisen-Ion (Fe2+) im Hämoglobinmolekül oxidiert. Das Reaktionsprodukt hat eine schwarze, teerähnliche Farbe.

Bei Erbrechen ist das Erbrochene ebenfalls schwarz - man spricht von Hämatemesis ("Kaffeesatzerbrechen"). Wird Hämatin mit dem Stuhl ausgeschieden, kommt es zum Teerstuhl (Meläna).

Hämatin wird im Plasma an Hämopexin oder Albumin (Methämalbumin) gebunden, wenn Haptoglobin als Folge einer starken Hämolyse extrem vermindert wird. Weiterhin findet man Hämatin im Blut z.B. bei perniziöser Anämie oder Phosgen-Vergiftung.

Hämatin-Polymere (β-Hämatin bzw. Hämozoin) sind unlösliche Stoffwechselprodukte bestimmter intraerythrozytärer Parasiten (z.B. Plasmodium falciparum).

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Fachgebiete: Biochemie, Chemie

Diese Seite wurde zuletzt am 12. November 2020 um 16:49 Uhr bearbeitet.

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