Fertilisationsstörung
Synonym: Befruchtungsstörung
Definition
Eine Fertilisationsstörung ist eine Störung der Befruchtung (Fertilisation) der Eizelle durch ein Spermium. Sie ist eine mögliche Ursache von Unfruchtbarkeit.
Hintergrund
Die Befruchtung umfasst u.a. die Passage des Spermiums durch die Zona pellucida, die Akrosomreaktion, die Fusion mit der Eizellmembran sowie die Bildung der Vorkerne. Eine Störung in einem dieser Schritte kann zu ausbleibender oder fehlerhafter Fertilisation führen.
Ätiologie
Mögliche Ursachen für Fertilisationsstörungen sind:
- Spermienfaktoren: Oligozoospermie, Asthenozoospermie, Teratozoospermie, eingeschränkte Akrosomfunktion, DNA-Fragmentation
- Eizellfaktoren: verminderte Eizellreife, Alterseffekt, Störungen der Oozytenaktivierung
- Interaktionsstörungen: gestörte Passage der Zona pellucida, immunologische Faktoren (z.B. Spermatozoen-Antikörper)
Im Rahmen einer assistierten Reproduktion können auch iatrogene Faktoren zu einer Fertilisationsstörung führen, z.B. ein suboptimales Timing der Follikelpunktion.
Diagnostik
...beim Mann
- Spermiogramm
- Spermienfunktionstests (Akrosomreaktionstest, Hämizona-Assay, Hyaluronsäure-Bindungstest, Spermienpenetrationstest, DNA-Fragmentationstest)
- Weiterführende andrologische Diagnostik
...bei der Frau
- Zyklusdiagnostik
- Ausschluss einer Tubenfunktionsstörung
Therapie
Die therapeutischen Möglichkeiten zur Beeinflussung von Fertilisationsstörungen sind beschränkt. In den meisten Fällen wird daher zur assistierten Reproduktion geraten.
Bei leichteren Fertilisationsproblemen und erhaltenem Befruchtungspotenzial ist kann eine In-vitro-Fertilisation (IVF) erfolgreich sein. Bei ausgeprägten Spermienfaktoren oder wiederholter frustraner IVF ist die ICSI die Methode der Wahl.