Akrosomreaktionstest
Englisch: acrosome reaction test
Definition
Der Akrosomreaktionstest, kurz ARIC, ist ein labordiagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Fähigkeit von Spermien, eine Akrosomreaktion durchzuführen. Er dient der Abklärung einer Infertilität im Rahmen der männlichen Fertilitätsdiagnostik.
Hintergrund
Die Akrosomreaktion ist ein essenzieller Schritt der Fertilisation. Dabei fusionieren die äußere Akrosomenmembran und die Plasmamembran des Spermiums, sodass hydrolytische Enzyme (z.B. Akrosin) freigesetzt werden. Diese ermöglichen das Durchdringen der Zona pellucida der Oozyte. Eine gestörte oder ausbleibende Akrosomreaktion kann zu einer Fertilisationsstörung führen.
Indikationen
- Unklare männliche Infertilität
- Pathologisches Spermiogramm mit Verdacht auf funktionelle Spermienstörung
- Wiederholtes Versagen einer In-vitro-Fertilisation (IVF)
Durchführung
Die Spermien werden in vitro mit Induktoren der Akrosomreaktion (z.B. Calcium-Ionophoren oder Progesteron) inkubiert. Anschließend erfolgt der Nachweis der Akrosomreaktion mittels:
- Fluoreszenzfärbung (z.B. mit fluoreszenzmarkierten Lektinen)
- Durchflusszytometrie
- immunzytochemischen Verfahren
Interpretation
Bestimmt wird der Anteil der Spermien, die eine vollständige Akrosomreaktion zeigen. Die Referenzwerte sind methodenabhängig. Ein erniedrigter Anteil akrosomreaktiver Spermien weist auf eine funktionelle Störung hin.
Klinische Bedeutung
Der Akrosomreaktionstest ergänzt das konventionelle Spermiogramm, das primär Konzentration, Motilität und Morphologie beurteilt. Seine diagnostische Aussagekraft ist beschränkt. Er ist nicht standardisiert und stark abhängig von den Laborbedingungen. Ein normaler Test schließt ein Fertilisationsversagen nicht aus.
Bei pathologischem Testergebnis kann eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) therapeutisch erwogen werden.