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Fascioloides magna

Synonyme: Großer Amerikanischer Leberegel, F. magna
Englisch: large American fluke

1 Definition

Als Fascioloides magna bezeichnet man einen Parasiten aus der Familie Fasciolidae.

2 Taxonomie

3 Erreger

Die adulten Stadien sind etwa 70 bis 100 mm lang, 30 bis 40 mm breit und blattförmig. Die Eier ähneln stark denen von Fasciola hepatica und sind durchschnittlich 145 x 94 µm groß.

4 Vorkommen

Fascioloides magna ist in Nordamerika (USA, Kanada) ein häufig auftretender Parasit bei den Cerviden (Hirsche), u.a. von Wapiti (Cervus elaphus), Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) und Karibu (Rangifer trandus caribou). In diesen Endwirten erlangt der Parasit die Geschlechtsreife.

In Endemiegebieten können jedoch auch andere Wildwiederkäuer (Elch, Bison) sowie Hauswiederkäuer (Rind, Schaf) befallen werden. In diesen Wirten erreicht der Parasit jedoch meist nicht die Geschlechtsreife.

5 Epidemiologie

Fascioloides magna wurde vermutlich mit amerikanischen Cerviden nach Europa eingeschleppt. Er wurde zunächst in einem Turiner Tierpark (beim Rotwild) und später sporadisch auch anderenorts gefunden.

In der heutigen Zeit ist Fascioloides magna in manchen Gebieten beim Reh-, Rot- oder Damwild (frei lebend oder in Gehegen gehalten) endemisch. Vor allem in Tschechien, der Slowakei, in Österreich, Ungarn und in Kroatien tritt Fascioloides magna gehäuft auf.

6 Entwicklung

Die Entwicklung von Fascioloides magna ähnelt der von Fasciola hepatica. Als Zwischenwirte fungieren Schnecken der Familie Lymnaeidae, dessen Vertreter Galba truncatula hauptsächlich in Europa vorkommt. Die Zerkarien exzystieren sich vorwiegend an Pflanzen.

Nach peroraler Aufnahme wandern die Parasiten im Endwirt vom Darm aus über die Peritonealhöhle in die Leber sowie gelegentlich auch in andere Organe. Die juvenilen Stadien von Fascioloides magna werden bei den als natürliche Wirte dienenden Cerviden in etwa walnussgroße, dünnwandige Zysten eingeschlossen. In diesen erlangen die Parasiten nach weiteren Entwicklungsschritten die Geschlechtsreife. Da die Zysten mit den Gallenwegen in direkter offener Verbindung stehen, können die Eier auch an die Außenwelt ausgeschieden werden. Die Präpatenz liegt bei etwa 6 Monaten und die Ausscheidung von Eiern kann bis zu 5 Jahre lang anhalten.

Im Gegensatz dazu werden die Parasiten bei Boviden in der Regel in dickwandige Kapsel völlig eingeschlossen. Da die Juvenilstadien bei Schafen und Ziegen ständig im Leberparenchym umherwandern, verursachen diese starke Leberschäden.

7 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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