Essen-Schema
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LoslegenEnglisch: Essen regimen
Definition
Das Essen-Schema ist ein Impfschema zur Postexpositionsprophylaxe der Tollwut bei nicht oder nur unvollständig vorgeimpften Personen.
Schema
Beim klassischen Essen-Schema wird jeweils eine Dosis Tollwutimpfstoff an den Tagen
- 0 – 3 – 7 – 14 – 28
intramuskulär verabreicht. Als Tag 0 gilt der Tag der ersten Impfung.
Für gesunde immunkompetente Personen existiert außerdem ein verkürztes Essen-Schema mit Impfungen an den Tagen 0, 3, 7 und 14. Die konkrete Anwendung richtet sich nach verwendetem Impfstoff, Expositionsgrad und Zulassung.
Anwendung
Abhängig vom Expositionsgrad wird die aktive Immunisierung gegebenenfalls durch Tollwut-Immunglobulin ergänzt. Vor allem bei einer Exposition vom Grad III (Bissverletzungen oder Kratzwunden, Kontakt von Schleimhäuten oder Wunden mit Speichel des infizierten Tieres) ist bei nicht ausreichend vorgeimpften Personen eine simultane passive Immunisierung erforderlich.
Als Alternative zum Essen-Schema kann bei immunkompetenten Personen das Zagreb-Schema eingesetzt werden.
Wirksamkeit
Die Postexpositionsprophylaxe verhindert bei rechtzeitiger und korrekt durchgeführter Anwendung die klinische Tollwut mit hoher Wahrscheinlichkeit.[1][2] Entscheidend sind der rasche Beginn nach der Exposition sowie die vollständige Einhaltung des Impfschemas. Eine verzögerte oder unvollständige Durchführung kann den Schutz gefährden.[3][1]
Sondersituationen
Die Postexpositionsprophylaxe ist wegen der fast ausnahmslos tödlich verlaufenden Erkrankung auch in Schwangerschaft und Stillzeit indiziert. Eine Schwangerschaft gilt nicht als Kontraindikation.[1][3]
Bei Immunsuppression kann die Immunantwort abgeschwächt sein. In diesen Fällen sollte man keine verkürzten Schemata anwenden und die Serokonversion kontrollieren.[3][1] Immunsuppressiva sollen während der Postexpositionsprophylaxe möglichst nicht gegeben werden, sofern sie nicht zur Behandlung anderer Erkrankungen erforderlich sind.[3]
Nebenwirkungen
Unerwünschte Wirkungen von Tollwutimpfstoffen sind überwiegend lokal. Dazu zählen vor allem Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle. Systemische Reaktionen wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, Müdigkeit, Fieber und Exanthem kommen vor.[4][3] Tollwut-Immunglobuline können ebenfalls Lokalreaktionen und selten Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zur Anaphylaxie auslösen.[5]
Literatur
- Robert Koch-Institut: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) 2026. Epidemiologisches Bulletin 4/2026. Abgerufen am 04.10.2026
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Rabies Post-exposure Prophylaxis Guidance, abgerufen am 04.10.2026
- ↑ Tollwutberatungsstelle - AGES, abgerufen am 04.10.2026
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Fachinformation Rabipur, abgerufen am 04.10.2026
- ↑ Rabies Vaccine, abgerufen am 04.10.2026
- ↑ Tollwutglobulin, abgerufen am 04.10.2026