Engraftment Syndrom
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Definition
Das Engraftment-Syndrom (ES) ist eine nicht-infektiöse, aber entzündliche Komplikation sowohl autologer als auch allogener Stammzelltransplantationen, die allerdings mit charakteristischen infektionsähnlichen Symptomen einhergeht.
Pathogenese
Die Pathogenese ist aktuell (Stand 2026) nicht vollständig geklärt. Im Kern beruht sie allerdings auf einer überschießenden Immunreaktion und Zytokinproduktion infolge des regenerierenden Immunsystems nach der Stammzelltransplantation.Referenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag. Der Zeitpunkt des ES korreliert meist mit dem Anstieg der Neutrophilen etwa zwischen Tag +9 und +15 nach der Transplantation.
Zu den wichtigsten Zytokinen bei ES gehören unter anderem IL-1β, IL-6 und IFN-γ. Die Abgrenzung des ES von einer Graft-versus-Host-Reaktion (GvHD) erfolgt anhand des klinischen Verlaufs und gegebenenfalls histologischer Untersuchungen. Die Konzentrationen von IL-1β, IL-6 und IFN-γ sind hierfür keine etablierten differenzialdiagnostischen Tests.[1]
Klinik
Das häufigste Symptom ist Fieber ohne infektiöse Ursache. Außerdem treten folgende Symptome häufig und teilweise in Abhängigkeit von einer autologen oder allogenen Stammzelltransplantation (SZT) auf:
- Diarrhoe
- Hautausschläge
- Atemwegsinfiltrate
- Gewichtszunahme mit Ödembildung
- Verschobene Leber- und Nierenparameter[2]
Klinisch lässt sich das ES oft nur schwer von den bei immunsupprimierten Patienten nach Stammzelltransplantation sehr häufigen Infektionskrankheiten unterscheiden. Die Diagnose wird meist erst nach gründlicher Suche nach einer Infektionsquelle gestellt. Ebenfalls muss es von einer GvHD abgegrenzt werden. Das Engraftment-Syndrom geht mit einer höheren Mortalität einher als bei SZT-Patienten, die es nicht entwickeln.[3]
Therapie
Die Erstlinientherapie des behandlungsbedürftigen ES sind Kortikosteroide. Das EBMT-Handbuch nennt beispielsweise Methylprednisolon in einer Dosis von 1 mg/kg Körpergewicht alle 12 Stunden intravenös für 3 Tage, anschließend wird über eine Woche ausgeschlichen.[1] Bei frühzeitig begonnener Kortikosteroidtherapie beschreibt das EBMT-Handbuch eine rasche Rückbildung des klinischen Bildes in mehr als 90 % der Fälle; bei ausbleibender rascher Besserung sind andere Diagnosen erneut zu prüfen.[1] Die Kortikosteroidgabe sollte möglichst kurz erfolgen, da sie die sich erholende Blutbildung hemmen kann. Eine gegen einzelne Zytokine gerichtete Biologikatherapie ist beim ES keine etablierte Standardbehandlung und wird in der aktuellen Konsensusleitlinie zum neutropenischen Fieber nicht empfohlen.[4]
Quellen
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Sureda et al., The EBMT Handbook: Hematopoietic Cell Transplantation and Cellular Therapies, 8. Auflage, Springer, 2024
- ↑ National Library of Medicine, abgerufen am 22.09.2026
- ↑ Journal of Immunology Research, abgerufen am 22.09.2026
- ↑ Douglas et al., Consensus guidelines for the subsequent management of neutropenic fever after empiric therapy, Internal Medicine Journal, 2025