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Eimeriose (Schwein)

Synonym: Eimeria-Infektion des Schweines

1. Definition

Als Eimeriose des Schweines bezeichnet man parasitär bedingte Erkrankungen des Schweines durch Eimeria-Arten.

2. Erreger

Beim Schwein parasitieren verschiedene Eimeria-Arten, die anhand der Morphologie ihrer Oozysten voneinander unterschieden werden können. Die Oozytengrößen kann - je nach Art - zwischen 14,5 x 12,5 µm (Eimeria perminuta) und 30,5 x 21,9 µm (Eimeria scabra) betragen. Die Oozysten enthalten im unsporulierten Zustand vier Sporozysten mit jeweils zwei Sporozoiten, deren Größe und Form ebenso differenzieren. Eine sichere Unterscheidung der Eimeria-Arten ist mittels PCR möglich.

Eine Infektion mit Eimeria führt bei Schweinen nur selten zu klinischen Erkrankungen. Beim Schwein werden 13 Eimeria-Arten beschrieben, wovon folgende 7 Arten am häufigsten vorkommen:

3. Vorkommen

Eimeria-Arten sind weltweit verbreitet. In Mitteleuropa sind - je nach Haltungsbedingungen - zwischen 5 und 60 % der Schweine befallen. In Niedersachsen konnten in mehr als 50 % der Sauenbestände Eimerien nachgewiesen werden.

4. Entwicklung

Eine Infektion erfolgt durch orale Aufnahme sporulierter Oozysten. Die einzelnen Entwicklungsstadien von Eimeria debliecki sind in den Epithelzellen der Zotten des vorderen Teils des Jejunums lokalisiert. Im Gegensatz dazu findet man die Entwicklungsstadien von Eimeria neodebliecki, Eimeria polita, Eimeria porci, Eimeria scabra und Eimeria spinosa in den Epithelzellen des gesamten oder hinteren Dünndarms. Bei Eimeria scabra und Eimeria spinosa sind je drei, für Eimeria debliecki, Eimeria noedebliecki, Eimeria polita und Eimeria porci sind je zwei Merontengenerationen mit 10 bis 32 Merozoiten beschrieben. Nach einmaliger Infektion dauert die Präpatenz etwa eine Woche.

5. Epidemiologie

Saugferkel weisen oftmals keine oder nur sehr schwach ausgeprägte Eimerieninfektionen auf. Die Erkrankungen treten v.a. in den ersten Wochen nach dem Absetzen auf. Eine Infektion die zu einer klinischen Erkrankung führt, kann durch mangelhafte Hygiene begünstigt werden, wobei eine hohe Prävalenz v.a. unter ungünstigen Haltungsbedingungen beobachtet werden kann.

6. Immunität

Zwar gibt es eine artspezifische Immunität, jedoch ist nicht bekannt, wie lange sie anhält. Auffällig ist jedoch, dass Sauen besonders häufig und intensiv mit Eimeria-Arten befallen sind.

7. Pathologie

In den meisten Fällen entstehen nur katarrhalische Entzündungen, selten kommt es zu einer fibrinös-nekrotisierenden Enteritis. Zu den Arten mit der größten Schadwirkung gehören Eimeria debliecki, Eimeria scabra, Eimeria polita und Eimeria spinosa.

8. Klinik

Die Eimeriose verläuft meist inapparent. Selten kommt es zu gelblich-wässrigen, z.T. auch schaumig-stinkenden oder blutigen Durchfällen oder Verstopfungen.

9. Diagnose

Ein Erregernachweis erfolgt mittels Identifizierung der Oozysten im Kot mithilfe des Flotationsverfahrens.

10. Therapie

Die Eimeriose kann mit Sulfonamiden (z.B. 100 mg/kgKG Sulfamethazin) über 4 bis 5 Tage behandelt werden. Bei Saugferkeln ist eine einmalige Applikation von Toltrazuril (5 mg/kgKG p.o.) ebenso wirksam.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

11. Prophylaxe

Der Infektionsdruck durch Eimerien kann durch Sauberkeit und Dampfstrahlbehandlung der Ställe deutlich gesenkt werden. Zusätzlich sollte eine chemische Desinfektion mit DVG-gelisteten Produkten (Kresole) durchgeführt werden.

12. Literatur

  • Boch, Josef, Supperer, Rudolf. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey Verlag, 2005

13. Link

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