Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
Definition
Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, kurz DOG, ist eine medizinische Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie widmet sich der Förderung von Forschung, Lehre und evidenzbasierter klinischer Praxis in allen Teilgebieten der Ophthalmologie.
Hintergrund
Die DOG wurde 1857 gegründet und zählt zu den ältesten medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften weltweit. Sie ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Die Gesellschaft vernetzt Augenärzte aus Klinik und Praxis, Grundlagenwissenschaftler sowie angrenzende Disziplinen wie Neurologie, Radiologie, Diabetologie und Humangenetik.
Historisch versteht sich die DOG als Forum für den wissenschaftlichen Austausch innerhalb der Augenheilkunde. Sie begleitet technische Innovationen wie die Entwicklung moderner Bildgebung, minimalinvasiver chirurgischer Verfahren und pharmakologischer Therapiekonzepte kritisch und evidenzbasiert. Gleichzeitig übernimmt sie eine strukturgebende Rolle bei der Definition fachlicher Standards und der Bewertung neuer diagnostischer und therapeutischer Verfahren.
International ist die DOG über ihre Mitglieder in Organisationen wie dem European Board of Ophthalmology (EBO) oder dem International Council of Ophthalmology (ICO) vertreten.
Aufgaben
- Förderung wissenschaftlicher Forschung in allen Teilgebieten der Ophthalmologie
- Weiterentwicklung evidenzbasierter diagnostischer und therapeutischer Standards
- Organisation des jährlichen DOG-Kongresses sowie weiterer Fort- und Weiterbildungsformate
- Qualitätssicherung in der augenärztlichen Versorgung in Klinik und Praxis
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Preise, Stipendien und Mentoringprogramme
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Fachgesellschaften
- Beteiligung an gesundheitspolitischen und fachlichen Stellungnahmen der Augenheilkunde
- Mitarbeit an nationalen und internationalen Forschungs- und Leitlinienprojekten
Leitlinienarbeit
Die DOG ist maßgeblich an der Entwicklung und Aktualisierung zahlreicher AWMF-Leitlinien beteiligt. Diese betreffen zentrale Krankheitsbilder der Augenheilkunde, darunter Glaukom, altersabhängige Makuladegeneration, diabetische Retinopathie, Katarakt, entzündliche Augenerkrankungen sowie ophthalmologische Notfälle.
Die Leitlinien fassen die verfügbare Evidenz zu Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle zusammen und definieren standardisierte Behandlungspfade für Klinik und Praxis. Ein besonderer Fokus liegt auf der Bewertung neuer Therapieverfahren, der Abwägung von Nutzen und Risiken sowie der Integration internationaler Studiendaten in den deutschen Versorgungskontext.