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Desbuquois-Syndrom

Synonym: Desbuquois-Dysplasie
Englisch: Desbuquois syndrome, Desbuquois dysplasia

1. Definition

Das Desbuquois-Syndrom, kurz DBQD, ist eine sehr seltene, genetisch bedingte Skelettdysplasie. Gekennzeichnet ist die Krankheit durch Kleinwuchs, Gesichtsdysmorphien, sowie überstreckbare Gelenke und Handanomalien.

2. Epidemiologie

Die Prävalenz wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben. Bis heute sind weniger als 50 Fälle von DBQD in der Literatur beschrieben.

3. Ätiologie

Die Vererbung der Krankheit erfolgt autosomal-rezessiv. Ursächlich für das Desbuquois-Syndrom Typ 1, sowie die Kim-Variante ist eine Mutation an Genlokus 17q25.3 im CANT1-Gen.

Ursache für das DBQD vom Typ 2 sind Mutationen an Genlokus 16p12 im XYLT1-Gen. Das Gen kodiert die Xylosyltransferase 1. In manchen Fällen des DBQD Typ 2 wurden jedoch keine Mutationen im XYLT1-Gen festgestellt, weshalb wahrscheinlich weitere Genmutationen beteiligt sein können.

4. Symptome

Das Symptombild des Desbuquois-Syndrom ist gekennzeichnet durch:

Das DBQD Typ 1 unterscheidet sich vom Typ 2 durch das Vorhandensein der charakteristischen Handanomalien. Eine weitere Variante der Krankheit ist die Kim-Variante, die bislang bei wenigen Patienten aus Korea und Japan beschrieben wurde. Charakteristisch zeichnet sich die Kim-Variante durch Kleinwuchs, Gelenkanomalien und geringfügige Gesichtsanomalien aus. Des Weiteren ist diese Variante durch signifikante Handanomalien, bestehend aus kurzen Mittelhandknochen und verlängerten Fingerknochen mit fortgeschrittenem Karpalknochenalter gekennzeichnet.

5. Diagnostik

Durch Röntgenaufnahmen der betroffenen Körperregionen können erste Anzeichen einer DBQD festgestellt werden. Vor allem die beim Typ 1 auftretenden Handanomalien können so diagnostiziert und vom Typ 2 unterschieden werden. Als typisches Merkmal zeigt sich bei DBQD Typ 1 der gespaltene Daumen (Delta-Phalanx), der nicht bei DBQD Typ 2 auftritt.

Zusätzlich können Molekularbiologische Untersuchungen der Gene CANT1 bei Typ 1 und XYLT1 bei Typ 2 die Diagnose sichern.

6. Therapie

Die Behandlung der Krankheit ist rein symptomatisch, da der zugrundeliegende Gendefekt zur Zeit (2023) nicht behandelbar ist. Es können Operationen erforderlich sein, welche die Fehlbildungen und Anomalien der einzelnen betroffenen Körperregionen korrigieren.

7. Literatur

Stichworte: Skelettdysplasie, Syndrom
Fachgebiete: Genetik

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Fabienne Reh
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Dr. Frank Antwerpes
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21.03.2024, 08:58
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