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Nesseltier

(Weitergeleitet von Cnidaria)

von altgriechisch: κνίδη ("knidē") - Nessel
Synonym: Cnidaria
Englisch: cnidaria

1 Definition

Das Phylum der Nesseltiere, wissenschaftlich Cnidaria, beinhaltet aquatisch lebende vielzellige Tiere (Metazoa), die besondere Organe, die sogenannten Nesselkapseln (Cnidae) besitzen.

2 Vorkommen

Lebensraum der Nesseltiere ist das Wasser. Sie bewohnen neben den Meeren auch einige Süßgewässer.

3 Systematik

Derzeit (2019) sind etwa 11.000 Arten bekannt, die sich auf fünf Klassen verteilen:

Zudem existiert eine Gruppe parasitischer Cnidaria, die Myxozoa, und einige andere Arten, die bislang nicht weiter taxonomisch zugeordnet sind.

4 Biologie

4.1 Morphologie

Allen Cnidaria ist ein radiärsymmetrischer Körperbau gemein (Radiata) sowie die Einteilung in Ecto- und Gastrodermis. Die Mitglieder der jeweiligen Klassen unterscheiden sich weiter voneinander.

Es existieren sowohl sessile, als auch motile Arten. Dieser Unterschied ist auf die zwei Lebensstadien der Cnidaria zurückzuführen: Im Medusen-Stadium erscheinen sie als Quallen. Kommen sie als Polyp vor, sind sie festsitzende Organismen und verankern dabei ihre Fußscheibe in einer harten Oberfläche.

4.2 Generationswechsel

Cnidaria sind zum Generationswechsel fähig, bei dem sich die ungeschlechtliche und geschlechtlich fortpflanzende Generation abwechseln. Der Vorgang wird Metagenese genannt. Die Bildung geschlechtsreifer männlicher oder weiblicher Tiere kann dabei auf drei Arten erfolgen:

  • Metamorphose vom Polypen-Stadium zum Quallen-Stadium (z.B. bei Cubozoa)
  • Sprossung bzw. Knospung (v.a. bei Blumentieren)
  • Abschnürung bzw. Strobilation, bei der Quallen scheibenweise abgeschnürt werden (v.a. Scyphozoa)

Geschlechtsreife Tiere entlassen schließlich Gameten. Der sich aus der Zygote entwickelnde Polyp wird schließlich sesshaft.

4.3 Nesselkapseln

Die Nesselkapsel ist das den Nesseltieren gemeinsame Merkmal. Sie besitzt Fäden, die zur Verteidigung ausgeschleudert werden können und außerdem ihren Nutzen im Beuteerwerb finden. Die Nesselkapseln werden in den Nesselzellen, den Cnidoblasten, hergestellt. Jede von ihnen kann nur einmal Verwendung finden, da sie vom Gewebe ausgestoßen und anschließend ersetzt werden. Die Nesselzellen sind in ihrer Morphologie und Funktion verschieden, meist wird jedoch durch Berührung das Ausschießen einer harpunenartigen Spitze ausgelöst. Diese bohrt sich in die Haut. Anschließend wird über den Schlauch zur Nesselzelle das Nesselgift in die Beute gepumpt. Der Vorgang ist einer der schnellsten im Tierreich.

Das Nesselgift enthält zumeist zytolytische Toxine (Enzyme, Glykoproteine) oder neurotoxische Polypeptide.[1]

siehe auch: Physaliatoxin

5 Medizin

Aufgrund ihres Gifts sind einige Arten der Nesseltiere gefährlich für den Menschen. Die Folgen einer "Verbrennung" reichen dabei von Schmerzen und Blasenbildung bis hin zum Tod. Die teils rasch letalen Verläufe durch Vergiftungen stark toxischer Arten werden meist mit hämolytischen und kardiotoxischen Effekten in Verbindung gebracht. Einige giftige Vertreter sind:

  • Arten des Genus Chironex, z.B. Chironex fleckeri
  • Arten des Genus Cyanea, z.B. Feuerqualle, Gelbe Haarqualle
  • Portugiesische Galeere (Physalia physalis)

6 Quellen

  1. Mebs, Dietrich (2010): Gifttiere - Ein Handbuch für Biologen, Toxikologen, Ärzte und Apotheker, Wissenschaftl. Verl. Gesellschaft, Stuttgart, 3. Aufl.

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