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Clivuskanten-Syndrom

Synonym: Klivuskanten-Syndrom

1 Definition

Beim Clivuskanten-Syndrom handelt es sich um ein frühes klinisches Zeichen, das durch einen erhöhten intrakranialen Druck hervorgerufen wird, z.B. bei Subduralhämatomen, Epiduralhämatom oder bei Hirntumoren. Kardinalsymptom ist ein Funktionsausfall des Nervus oculomotorius (III. Hirnnerv).

2 Nomenklatur

Die Bezeichnung "Clivuskanten-Syndrom" rührt von der Tatsache her, dass der Hirndruck eine Quetschung des Nervus oculomotorius gegen eine Knochenstruktur im Bereich des Hirnstamms verursacht, die als Clivuskante bezeichnet wird.

3 Entstehung

Bei erhöhtem intrakraniellem Druck kann es zunächst zu einer Druckschädigung des Nervus oculomotorius an der Clivuskante lateral des Dorsum sellae kommen, da der Hirnstamm durch den erhöhten Hirndruck auf den Schädelknochen gedrückt wird. Hierdurch wird auch der Nervus oculomotorius eingeklemmt.

Aus dieser mechanischen Reizung resultiert eine Erweiterung der ipsilateralen Pupille bzw. im weiteren Verlauf eine Okulomotoriusparese mit weiter, lichtstarrer Pupille (Lähmung der parasympathischen Nervenfasern zum Musculus sphincter pupillae). Durch den erhöhten intrakraniellen Druck können zusätzlich Anteile der Medulla oblongata zwischen dem Tentoriumschlitz (Incisura tentorii, obere Enge) und dem Foramen magnum (untere Enge) gequetscht werden. Das führt zunächst zu veränderten Vitalzeichen (verlangsamter Puls und niedrigere Atemfrequenz, erhöhter Blutdruck), später zu entsprechenden lebensbedrohlichen Situationen.

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