Chemotherapieassoziierte Leberschädigung
Englisch: chemotherapy-associated liver injury
Definition
Die chemotherapieassoziierte Leberschädigung, kurz CALI, umfasst strukturelle und funktionelle Veränderungen der Leber infolge einer systemischen Chemotherapie. Sie tritt insbesondere bei Patienten mit kolorektalem Karzinom und hepatischen Metastasen auf. Die CALI ist insbesondere vor geplanten Leberresektionen relevant, da sie mit einem erhöhten Risiko für postoperative Komplikationen (z.B. dem Posthepatektomie-Leberversagen) assoziiert ist.
Hintergrund
CALI ist kein einheitliches Krankheitsbild, sondern umfasst verschiedene histopathologische Muster in Abhängigkeit von der verwendeten Chemotherapie. Häufige Formen sind:
- Sinusoidales Obstruktionssyndrom (SOS): v.a. unter Oxaliplatin, mit sinusoidaler Dilatation und endothelialer Schädigung, wobei das Spektrum von isolierten sinusoidalen Läsionen bis hin zu ausgeprägten Formen mit portaler Hypertension und nodulärer regenerativer Hyperplasie reichen kann
- Steatohepatitis: v.a. unter Irinotecan, mit entzündlicher Fettleberveränderung, wobei das Risiko durch metabolische Kofaktoren wie Adipositas, Diabetes mellitus oder vorbestehende Steatose beeinflusst wird
- Steatose: häufig mildere, nicht-entzündliche Fettakkumulation, die von der Steatohepatitis abzugrenzen ist und eine geringere entzündliche Aktivität aufweist
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Fachgebiete:
Gastroenterologie, Onkologie
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