Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Brown-Séquard-Syndrom

nach dem englischen Neurologen Charles Edouard Brown-Séquard (1817-1896)
Englisch: Brown-Séquard-syndrome

1 Definition

Das Brown-Séquard-Syndrom bezeichnet ein neurologisches Syndrom, das durch eine halbseitige Rückenmarkschädigung hervorgerufen wird.

2 Ätiologie

In den meisten Fällen liegt dem Brown-Séquard-Syndrom eine traumatisch bedingte Halbseitenläsion (z.B. Stichverletzungen) des Rückenmarks zu Grunde. Es kann jedoch auch im Rahmen einer halbseitigen Rückenmarkskompression (Kompressionsmyelopathie) oder einer vaskulären Myelopathie auftreten.

3 Klinik

Das Brown-Séquard Syndrom äußert sich durch charakteristische neurologische Funktionsausfälle, die auf die funktionelle Anatomie des Rückenmarks zurückzuführen sind.

3.1 Motorische Ausfälle

Die Kompression bzw. Schädigung des motorischen Tractus corticospinalis (Pyramidenbahn) bewirkt eine ipsilaterale spastische Beinparese.

3.2 Sensible Ausfälle

Die sensiblen Funktionsausfälle betreffen

Den Ausfall der Schmerz- und Temperatursensibilität bei erhaltener Mechanosensorik bezeichnet man als dissoziierte Empfindungsstörung. Sie beruht auf dem unterschiedlichen Verlauf der jeweiligen Fasern nach ihrem Eintritt ins Rückenmarkshinterhorn:

  • Fasern der epikritischen Sensibilität steigen ungekreuzt in der Hinterstrangbahn auf
  • Fasern der prothopatischen Sensibilität kreuzen vor ihrem Verlauf im Tractus spinothalamicus auf die Gegenseite.

3.3 Vegetative Symptome

Die Läsion von vasomotorischen Fasern der Seitenstränge führt zu einer anfänglichen Überwärmung und Rötung der Haut, und in einigen Fällen zu einer fehlenden Schweißsekretion.

4 Therapie

Die Therapie des Brown-Séquard-Syndroms erfolgt ursachenabhängig.

Akut auftretende Beschwerden unbekannter Genese bedürfen einer sofortigen Abklärung, um ggf. durch dekompressive chirurgische Intervention Spätfolgen zu verhindern.

Da die Läsion zentral ist, ist der Tonus zunächst gesteigert. So wie ich sie verstanden habe, meinen sie das Segment der Läsion selbst - die Schädigung also als Kollateralschaden. Da gebe ich ihnen Recht, dies fällt jedoch nicht unter die Definition eines BSS.
#2 am 19.09.2017 von Lorenz Karnbrock (Student der Humanmedizin)
Müsste es nicht auch segmental zu einer schlaffen Parese kommen auf Grund einer Schädigung des 2. Motoneurons in der Vorderwurzel ?
#1 am 02.12.2016 von Tobias Ruppert (Student der Humanmedizin)

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

22 Wertungen (3.14 ø)

88.322 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: