Bright spotty lesion
Synonym: punktförmige hyperintense Läsion
Englisch: bright spotty lesion
Definition
Die Bright spotty lesions, kurz BSL, sind ein radiologisches Zeichen, das in der Magnetresonanztomographie (MRT) des Rückenmarks auftreten kann. Es handelt sich um punktförmige, stark hyperintense Läsionen auf axialen T2-gewichteten MRT-Aufnahmen, deren Signalintensität der des Liquors entspricht oder diese übersteigt. BSL treten typischerweise bei Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) auf.
Beschreibung
BSL erscheinen als punkt- oder fleckförmige, teils konfluierende, stark hyperintense Läsionen auf axialen T2-gewichteten Bildern, deren Signalintensität heller als die des umgebenden Liquors erscheint.[1] Flussartefakte sollten dabei ausgeschlossen werden. Es zählen auch Läsionen mit liquorisointenser T2-Signalintensität, sofern sie auf T1-gewichteten Bildern ein im Vergleich zum Liquor höheres Signal aufweisen.[2]
BSL treten bevorzugt bei longitudinal extensiver transverser Myelitis (LETM) auf. Sie sind vor allem in der Akutphase nachweisbar und können im Verlauf verschwinden.[2] Obwohl BSL klassischerweise im Rückenmark beschrieben werden, wurden analog aufgebaute Läsionen in Einzelfällen auch im Hirnstamm beobachtet, insbesondere am medullospinalen Übergang und in den Kleinhirnstielen.[3][4]
Pathophysiologie
Pathophysiologisch entsprechen BSL mikrozystischen Veränderungen infolge eines durch Aquaporin-4-Antikörper vermittelten Astrozytenverlusts.
Diagnostische Relevanz
BSL weisen eine hohe Spezifität (89–100 %) bei variabler Sensitivität (27–69 %) für NMOSD auf.[2][5] Bei gleichzeitigem Vorliegen einer LETM wurden besonders hohe diagnostische Werte beschrieben, mit einer Sensitivität von 88 % und einer Spezifität von 97 %.[1] In einer großen Kohortenstudie zeigte das Zeichen einen Odds Ratio von 93,8 zur Unterscheidung der AQP4-positiven NMOSD von Multipler Sklerose (MS).[6] Eine Netzwerk-Metaanalyse mit über 7.700 Patienten bestätigte BSL als eines der stärksten MRT-Merkmale zur Abgrenzung der AQP4-positiven NMOSD von MS und Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein-Antikörper-assoziierte Erkrankung (MOGAD).[7]
Bei anderen Erkrankungen kommen BSL nur vereinzelt vor. In Kohortenstudien wurden sie beispielsweise nur bei 0–5,6 % der Patienten mit Multipler Sklerose und bei keinem der MOGAD-Patienten beobachtet.[5][8][9]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Yonezu et al., "Bright spotty lesions" on spinal magnetic resonance imaging differentiate neuromyelitis optica from multiple sclerosis, Mult Scler, 2014
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Hyun et al., Bright spotty lesions on the spinal cord: an additional MRI indicator of neuromyelitis optica spectrum disorder?, J Neurol Neurosurg Psychiatry, 2015
- ↑ Froidevaux et al., A case of isolated brainstem bright spotty lesion in a patient with AQP4-positive NMOSD, BMC Neurol, 2026
- ↑ Cruciani et al., Brain bright spotty lesions and leukodystrophy-like patterns in NMOSD relapse, Mult Scler Relat Disord, 2025
- ↑ 5,0 5,1 Pekcevik et al., Differentiating neuromyelitis optica from other causes of longitudinally extensive transverse myelitis on spinal magnetic resonance imaging, Mult Scler, 2016
- ↑ Clarke et al., MRI Patterns Distinguish AQP4 Antibody Positive Neuromyelitis Optica Spectrum Disorder From Multiple Sclerosis, Front Neurol, 2021
- ↑ Leitner et al., Characteristics of MRI lesions in AQP4 antibody-positive NMOSD, MOGAD, and multiple sclerosis: a systematic review and meta-analysis, J Neurol, 2025
- ↑ Rabasté et al., Diagnostic value of bright spotty lesions on MRI after a first episode of acute myelopathy, J Neuroradiol, 2021
- ↑ Hyun et al., Brighter spotty lesions on spinal MRI help differentiate AQP4 antibody-positive NMOSD from MOGAD, Mult Scler, 2022