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Bioelektrische Impedanzanalyse

Synonyme: BIA, BIA-Messung
Englisch: bioelectrical impedance analysis

1 Definition

Die bioelektrische Impedanzanalyse, kurz BIA, ist ein Verfahren zur Bestimmung der Zusammensetzung des menschlichen Körpers. Sie wird vor allem zur Ermittlung des Körperfettanteils verwendet.

2 Prinzip

Der menschliche Körper ist aus heterogen Materialien zusammengesetzt. Die Kompartimente können grob eingeteilt werden in:

Das Prinzip der bioelektrischen Impedanzanalyse basiert auf der Messung des elektrischen Gesamtwiderstandes des Körpers (Impedanz). Der erzeugte Wechselstrom (Stromstärke 0,8 mA) wird bei einer Frequenz von 50 kHz durch im Körper enthaltene Elektrolyte weitergeleitet und die Impedanz (Z) ermittelt. Sie wird errechnet, indem die gemessene Stromspannung (V) durch die eingeleitete Stromstärke (I) geteilt wird (Z=V/I).

Durch die unterschiedlich gute Leitfähigkeit der Körperkompartimente können so Rückschlüsse auf die Körperkomposition gezogen werden. Bestimmt werden können:

  • Körperwasser
  • Fettmasse (FM, "fat mass")
  • Fettfreie Masse (FFM, "fat free mass")
  • Magermasse
  • Körperzellmasse (BCM, "body cell mass") und
  • Extrazelluläre Masse (ECM, "extracellular mass")

Für den Rückschluss auf die fettfreie Masse und Fettmasse über das Körperwasser besteht die Annahme, dass der Wassergehalt der fettfreien Masse des menschlichen Körpers konstant bei 73% liegt. Während für die Bestimmung des TBW und BCM bei einer Frequenz von 50 kHz mit Monofrequenz-Geräten gemessen wird, variiert die Frequenz für die Bestimmung von intra- und extrazellulärem Wasser (Multifrequenz-Geräte).

3 Durchführung

Eine definierte Messpositionierung wird vorausgesetzt. Der Patient liegt entspannt und flach auf dem Rücken. Im Idealfall befindet sich die Person schon einige Minuten vor der Messung in Liegeposition, um eine gleichmäßige Verteilung der Körperflüssigkeiten zu gewährleisten. Die Beine sind leicht gespreizt, die Arme liegen nicht am Körper an. Außerdem darf von der Testperson kein Metall (z.B. Bettgestell) berührt werden; Herzschrittmacher und Schmuck sind allerdings unproblematisch. Die Messelektroden werden wie folgt positioniert:

  • Handgelenkelektrode (Messelektrode) am höchsten Punkt des Ulnaköpfchens
  • Fingerelektrode (stromgebend) in der Mitte der Grundgelenke der Zeige- und Mittelfinger
  • Knöchelelektrode (Messelektrode) am höchsten Punkt von Außen- und Innenknöchel
  • Zehenelektrode (stromgebend) in der Mitte der Grundgelenke der 2. und 3. Zehe

Zwischen den Elektroden muss ein Abstand von 5 cm eingehalten werden.

Folgende Messbedingungen sollten als wissenschaftliche Standarisierung eingehalten werden:

  • Nahrungskarenz 4-5 Stunden vor der Messung
  • sportliche Betätigung 12 Stunden vor der Messung eingeschränkt
  • Verzicht auf Alkoholkonsum mindestens 24 Stunden vor der Messung
  • Haut sollte sauber, trocken und fettfrei sein
  • Harnblase ist entleert

4 Vorteile

Neben anderen Verfahren zur Bestimmung der Körperzusammensetzung des Menschen bietet die BIA folgende Vorteile:

5 Nachteile

Die Ergebnisse sind stark abhängig von der Einhaltung der Messbedingungen, der Elektrodenplatzierung und dem verwendetem Gerätetyp. Zudem werden die Ergebnisse durch die Ethnie, den menstruellen Zyklus und mögliche Erkrankungen des Patienten beeinflusst. Dies muss bei epidemiologischen Studien beachtet werden.

6 Kritik

Die Aussagekraft der bioelektrischen Impedanzanalyse ist teilweise umstritten. Vor allem den im Consumerbereich eingesetzten BIA-Messgeräten mit 2 Elektroden wird ein mangelnde Genauigkeit nachgesagt.

7 Quellen

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