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Körperwasser

Synonym: TBW
Englisch: body water, total body water

1 Definition

Das Körperwasser ist das in den Körperflüssigkeiten enthaltene Wasser. Seine gesamte Menge ist das so genannte Gesamtkörperwasser (total body water, TBW). Es bezeichnet den gesamten Wasseranteil des menschlichen Körpers und wird in Litern angegeben. Das Gesamtkörperwasser setzt sich aus der Intrazellularflüssigkeit und der Extrazellularflüssigkeit zusammen.

2 Physiologie

Der Anteil des Gesamtkörperwassers am Körpergewicht ist bei beiden Geschlechtern unterschiedlich. Er beträgt

  • bei Männern ca. 55-60% (~40 Liter)
  • bei Frauen ca. 50-55% (~30 Liter)

Frauen haben aufgrund ihres höheren Körperfettanteils einen etwas geringeren Wert.

Die WHO gibt für normalgewichtige Personen folgende Prozentsätze für den Körperwassergehalt an:

  • Kinder 60–75 %
  • Frauen 50–55 %
  • Männer 60–65 %

Die Angaben sind in der Literatur sehr unterschiedlich, was auch daran liegt, dass der Anteil des Gesamtkörperwassers stark vom Lebensalter abhängig ist. Beim Neugeborenen kann das Körperwasser bis zu 79% des Körpergewichts ausmachen. Es nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab, wobei in den ersten 10 Lebensjahren die Abnahme am progressivsten ist. Bei 18 - 40jährigen Männern liegt der Anteil bei 60%, bei 60jährigen nur noch bei 52%.

Erhöhtes Körperfett führt ebenso zu einer Abnahme des Gesamtkörperwassers. Bei adipösen Personen kann sich der Anteil des Gesamtkörperwassers auf bis zu 45% reduzieren.

Das Gesamtkörperwasser verteilt sich zu ca. 64% auf den Intrazellulärraum und zu 36% auf den Extrazellulärraum.

3 Messung

Das Gesamtkörperwasser kann mit Hilfe der Massenspektrometrie aus dem Deuterium- oder Tritiumgehalt der expirierten Atemluft bestimmt werden. Der Testperson wird dazu eine bekannte Dosis Deuterium- (D2O) oder Tritium-Wasser (T2O) zugeführt. Nach 3-6 Stunden liegt eine gleichmäßige Verteilung des markierten Wassers im Körper vor. Aus dem Isotopengehalt des Wassers der Atemluft kann dann die Isotopen-Verdünnung im Körperwasser bestimmt und damit die Wassermenge selbst berechnet werden.

Fachgebiete: Physiologie

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