Bernard Lown
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Definition
Bernard Lown (1921–2021) war ein US-amerikanischer Kardiologe und Wissenschaftler. Er prägte die Entwicklung der elektrischen Therapie von Herzrhythmusstörungen und ist unter anderem Namensgeber der Lown-Klassifikation ventrikulärer Extrasystolen. Darüber hinaus war er Mitbegründer der Organisation International Physicians for the Prevention of Nuclear War, die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Biographie
Bernard Lown wurde am 7. Juni 1921 im litauischen Utena geboren. Seine Familie emigrierte 1935 in die USA. Lown studierte zunächst an der University of Maine und erwarb anschließend seinen medizinischen Abschluss an der Johns Hopkins University School of Medicine.
Den größten Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn verbrachte er an der Harvard School of Public Health und am Brigham and Women’s Hospital in Boston. Dort etablierte er sich als einer der führenden klinischen Kardiologen seiner Zeit. Lown starb am 16. Februar 2021 im Alter von 99 Jahren.
Medizinisches Wirken
Bernard Lown leistete wesentliche Beiträge zur Entwicklung der elektrischen Therapie von Herzrhythmusstörungen. Gemeinsam mit dem Ingenieur Barouh Berkovits entwickelte er Anfang der 1960er Jahre ein Gleichstromverfahren zur Defibrillation. Im Gegensatz zu den zuvor eingesetzten Wechselstromsystemen ermöglichte dieses Verfahren eine effektivere Terminierung ventrikulärer Arrhythmien bei gleichzeitig geringerer Myokardschädigung und bildete damit die Grundlage moderner Defibrillationstechniken.
Darüber hinaus etablierte Lown das Konzept der synchronisierten elektrischen Kardioversion. Dabei wird der elektrische Impuls mit dem QRS-Komplex gekoppelt, um eine Stimulation während der vulnerablen Phase der ventrikulären Repolarisation zu vermeiden. Das Verfahren wurde zu einer wichtigen Therapieoption bei tachykarden Herzrhythmusstörungen.
Ein weiterer Beitrag ist die nach ihm benannte Lown-Klassifikation ventrikulärer Extrasystolen. Sie basiert auf Häufigkeit, Morphologie und Auftreten komplexer ventrikulärer Extrasystolen im Langzeit-EKG und wurde insbesondere in den 1970er Jahren zur Risikostratifizierung nach Myokardinfarkt verwendet. Heute wird sie vor allem historisch eingeordnet, da moderne Risikostratifizierungsverfahren andere prognostische Parameter berücksichtigen.
Publikationen
Auch außerhalb der klinischen Kardiologie wurde Lown durch sein Buch The Lost Art of Healing: Practicing Compassion in Medicine (Die verlorene Kunst des Heilens) bekannt. Darin kritisiert er eine zunehmende Technisierung und Ökonomisierung der Medizin und betont die Bedeutung der Arzt-Patient-Beziehung, klinischer Erfahrung und empathischer Kommunikation für eine gute medizinische Versorgung.