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Stethoskop

(Weitergeleitet von Stethoskope)

von griechisch: stethos - Brust und skopein - betrachten
Englisch: stethoscope

1 Definition

Das Stethoskop ist ein auf Laënnec zurückgehendes medizinisches Untersuchungsinstrument zum Abhören von Körpergeräuschen (Auskultation). Das klassische Stethoskop setzt sich aus Schalltrichter, Schlauch und Ohrbügel zusammen.

2 Einteilung

Man unterscheidet heute akustische und elektronische Stethoskope. Während elektronische Stethoskope mit Verstärkerelementen arbeiten, nutzen akustische Stethoskope einfache physikalische Phänomene. Die akustischen Stethoskope kann man wiederum in Stethoskope mit einfachem Schlauch und Doppelschlauchstethoskope einteilen.

Seit einigen Jahren gibt es auch elektronische Stethoskope, die nur noch aus einem Stethoskopkopf bestehen und komprimierte Daten per Bluetooth an einen PC oder Kopfhörer übertragen.

3 Bestandteile

Ein akustisches Stethoskop weist von oben nach unten folgende Komponenten auf:

  • Ohrbügel, mit
    • Olive
  • Federbügel
  • Schlauch
  • Stethoskopkopf ("Bruststück"), mit
    • Schalltrichter
    • Membran

Die beiden Ohrbügel sind an ihrer Basis durch einen Federbügel verbunden, der die Oliven leicht in den äußeren Gehörgang drückt oder beim Tragen hinter dem Hals zusammenführt.

Merke: "Der wichtigste Teil des Stethoskops sitzt zwischen den Oliven."

4 Ausführungen

  • Flachkopfstethoskop
  • Doppelkopfstethoskop

5 Funktion

5.1 Akustisches Stethoskop

Das akustische Stethoskop dient neben der klaren Filterung von Körpergeräuschen auch der Distanz zum Patienten, bei dem nicht mehr - wie vor Einführung des Instrumentes üblich - das Ohr auf die zu auskultierende Körperpartie aufgelegt werden muss.

Im Stethoskop-Schlauch entsteht zwischen der Membran am Stethoskop-Kopf und den Trommelfellen eine Luftsäule, die den Schall direkt von der Membran auf die Trommelfelle überträgt. Schallquelle und Trommelfell werden sozusagen "kurzgeschlossen". Die am Kopfteil angebrachten Oliven dichten den Gehörgang ab und verhindern ein Entweichen der Schallwelle sowie das Eindringen von Störgeräuschen. Die Schallverstärkung wird durch einen im Stethoskopkopf eingelassenen Trichter erreicht. Durch spezielle Membrankonstruktionen ist es seit einiger Zeit möglich, durch eine Modifikaton des Anpressdrucks der Membran unterschiedliche Frequenzbereiche zu betonen. Bei leichtem Anpressen werden die tiefen Frequenzen betont, bei stärkerem Anpressen eher die höherfrequenten Schallwellen.

Die Qualität akustischer Stethoskope ist sehr variabel, was sich auch im Preis bemerkbar macht. Entscheidende Faktoren sind ein gut verarbeiteter Stethoskopkopf, ein möglichst dickwandiger Schlauch und gut abdichtende, weiche Oliven (z.B. aus Silikon).

5.2 Elektronisches Stethoskop

Elektronische Stethoskope enthalten Mikroprozessoren, die Algorithmen zur Schallverstärkung und zum Ausfiltern von störenden Umgebungs- ("Ambient Noise Reduction") oder Reibungsgeräuschen ("Frictional Noise Reduction") bereit stellen. Darüber hinaus kann man die Geräusche direkt in digitalen Formaten (z.B. MP3) aufzeichnen oder auf dem Smartphone visualisieren. Mit Hilfe eines kleinen LED-Bildschirms im Stethoskopkopf kann man sich auch die vom Prozessor errechnete Herzfrequenz anzeigen lassen.

Nachteile der elektronischen Stethoskope sind die Abhängigkeit von einer Batterie und die deutlich höheren Anschaffungskosten. Bei elektronischen Stethoskopen ohne Schlauch ist das Gerät ohne Batterieladung sogar im Notfall nutzlos.



6 Anwendungsgebiete

Das Stethoskop wird im klinischen Alltag unter anderem für folgende diagnostische Maßnahmen verwendet:

7 Weblinks

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