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Port

Synonym: Portsystem

1 Definition

Unter einem Portsystem, kurz Port, versteht man meist ein ins Unterhautfettgewebe (subkutan) implantiertes Kathetersystem, das von außen (durch die Haut) punktiert werden kann und einen dauerhaften Zugang zum arteriellen oder venösen Gefäßsystem oder zu bestimmten Körperhöhlen (z.B. zur Bauchhöhle oder zum Epiduralraum) bietet.

2 Hintergrund

Am häufigsten werden Portsysteme als zentralvenöser Zugang (Zentraler Venenkatheter, kurz ZVK) verwendet.

Ein Port ermöglicht unter anderem eine schonende Verabreichung von Infusionen (z.B. Chemotherapeutika bei Krebspatienten, parenterale Ernährung, Bluttransfusionen), welche kleine periphere Venen zu stark strapazieren würden. Auch kann ein Port für häufige wiederholte intravenöse Medikamentengabe verwendet werden, so dass nicht jedes Mal eine periphere Venenpunktion notwendig ist.

3 Indikationen

Oft benötigen Patienten über einen längeren Zeitraum

Diese sind zum Teil sehr aggressiv und würden die Wände von dünnen Venen stark beanspruchen und zu starker Venenreizung (bis hin zur irreversiblen Zerstörung der Venen) führen.

Durch Implantation eines Ports kann dies vermieden werden. In Deutschland erhalten daher jedes Jahr tausende Patienten ein Portsystem.

4 Prinzip

Ein Portsystem besteht im Wesentlichen aus einem implantierten Teil (Port) und einem Teil, mit dem der Port punktiert werden kann (Portkanüle).

4.1 Portkatheter/-gehäuse

Der Port besteht aus einem Katheter (Schlauch), der in ein großlumiges Blutgefäß gelegt und bis zum Herz vorgeschoben wird, und einer damit verbundenen Kammer (Kapsel mit Metall- oder Kunststoffgehäuse), die direkt unter die Haut im Unterhautfettgewebe eingesetzt wird.

Der direkt unter der Haut gelegene Port verfügt auf der äußern Seite über eine Membran, die von außen durch die Haut ertastet und punktiert werden kann. Auf der Rückseite ist die Kammer fest und resistent gegen Nadelstiche.

Der venöse Zugang erfolgt wahlweise über die Vena jugularis interna oder die Vena subclavia. Die Portkammer wird dabei in der Regel über dem Musculus pectoralis major in das subkutane Fettgewebe implantiert. Die Implantation des Ports erfolgt in einem chirurgischen Kurzeingriff.

4.2 Portkanüle

Die Portkanüle ist eine speziell für die Portpunktion gefertigte Kanüle (Huber-Nadel), die über einen Schlauch verfügt, über den ein Dreiwegehahn, Spritzen etc. angeschlossen werden können. Mit der Portkanüle wird der Port unter der Haut punktiert (siehe Portpunktion).

5 Portpunktion

Um Infusionen über den Port zu verabreichen oder Blut aus dem Port abzunehmen, muss dieser mit einer Portkanüle punktiert werden.

Die Portpunktion muss besonders sorgfältig erfolgen, da unkonzentrierte oder unhygienische Arbeit die häufigste Fehlerquelle bzw. Ursache von Infektionen und Komplikationen darstellt.

Die wesentlichen Schritte der Portpunktion sind:

  • Vorbereitung
  • Anreichenlassen von sterilen Materialien
    • sterile Portkanüle zur Punktion
    • steriles Zubehör (Kompresse, Dreiwegehahn, etc.)
    • Entlüften der Portkanüle incl. Dreiwegehahn
  • eigentliche Punktion
    • Fixierung des ertasteten Portgehäuses und Straffung der Haut mit einer Hand
    • Senkrechtes Einstechen der Nadel in der Mitte der Membran
    • Überprüfung der Durchlässigkeit durch NaCl-Injektion
  • Steriles Verbinden

Die Portkanüle kann bei Bedarf für einige Tage belassen werden.

6 Vor- und Nachteile

6.1 Vorteile

Der Vorteil eines Ports ist, dass die Punktionsstelle entfernt vom eigentlichen venösen Zugang ist. Dadurch wird eine wiederholte Manipulation der Vene vermieden. Punktionsassozierte Entzündungen werden daher auf ein Mindestmaß reduziert. Für den Patienten entfallen dadurch vielmalige Punktionen unterschiedlicher Venen und Fehler bei der Infusionstherapie (z.B. paravasales Einlaufen). Je nach Hersteller kann ein Port bis zu 2000-mal angestochen werden.

6.2 Nachteile und Komplikationen

Portsysteme stellen eine Verbindung zwischen der sterilen Blutbahn des Patienten und der unsterilen Umgebung dar. Die Gefahr besteht darin, dass Keime (v.a. Bakterien) aus der Umgebung in den Port und ins Blut gelangen können.

Deshalb stellen Portsysteme hohe Anforderungen an Hygiene und Sorgfalt. Nur geschultes Personal sollte einen Port anstechen. Komplikationen bei Portkathetern sind Folge von Vernachlässigung der Hygiene bei Port-Punktion, Anschließen, Applikation und Abschließen. Zeitdruck und Leichtfertigkeit im Klinikalltag führen mitunter zu einer Vernachlässigung von Hygiene und Sorgfalt (z.B. Anstechen des Ports ohne sterile Handschuhe oder ohne mehrmalige Desinfektion).

Die häufigste Komplikation ist mit großem Abstand eine Infektion des Ports bzw. eine systemische Infektion durch Umgebungskeime (meist Koagulase-negative Staphylokokken oder andere Hautkeime). Dies macht in vielen Fällen eine Explantation des Ports erforderlich. Bei Verdacht auf eine Portinfektion kann die Differential Time to Positivity (DTTP) von zwei parallel abgenommenen Blutkulturen bestimmt werden.

Eine weitere Komplikation ist das Verstopfen des Ports (Katheterokklusion).

7 Weitere Portsysteme

Mit dem Begriff "Port" ist meist ein venöses Portsystem gemeint. Neben dem venösen Port gibt es aber auch noch weitere Portsysteme. Hierzu zählen:

  • Arterielles Portsystem: zur regionalen Chemotherapie (z.B. Lebertumoren und bösartige Tumoren im Bereich des Kopfes). Die Technik entspricht hier weitgehend den venösen Systemen. Lediglich die Katheter sind etwas dickwandiger ausgeführt um einer Lumeneinengung vorzubeugen, da sie an der Eintrittsstelle in das Gefäß zur Abdichtung durch eine etwas festere Ligatur zwischen den Retentionsringen umschlungen werden müssen. Zwei oder drei (herstellerabhängig) sogenannte Retentionsringe (Verdickungen der Katheterwand) am distalen Katheterende sollen dabei einer Katheterdislokation entgegenwirken.
  • Intrathekales Portsystem: zur Applikation von Schmerzmitteln
  • Peritoneales Portsystem: Zugang zur Bauchhöhle für Applikation von Chemotherapeutika bei Peritonealkarzinose oder zur Punktion von Aszites

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