Glatirameracetat
Synonyme: Copaxone, Capopolymer-1, Cop-1
Englisch: Glatiramer acetate
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1 Definition [bearbeiten]
Glatirameracetat ist ein Immunmodulator, der zur Behandlung der schubförmigen MS eingesetzt wird. Es handelt sich um ein Gemisch synthetischer Polypeptide aus den Aminosäuren Glutamin, Tyrosin, Alanin und Lysin. Die Anwendung erfolgt durch subkutane Injektion (Fertigspritze).
2 Wirkmechanismus [bearbeiten]
Die Zusammensetzung des Glatirameracetats entspricht ungefähr jener des humanen Myelins und soll deswegen die Entzündungsreaktionen bei Multiple Sklerose vermindern. Glatirameracetat hat auch Einfluss auf die Antigenpräsentation, die T-Zelldifferenzierung und besitzt eine allgemein neuroprotektive Wirkung. Die Wirkung von Glatirameracetat setzt erst nach einigen Monaten ein. Schübe am Beginn der Behandlung dürfen deshalb nicht als Therapieversagen gewertet werden.
3 Anwendungsgebiete [bearbeiten]
- Intervalltherapie bei MS
- Verminderung der Schubfrequenz bei ohne Hilfe gehfähigen Patienten
- Verdacht auf MS bei einem klinisch verifiziertem Schub
4 Nebenwirkungen [bearbeiten]
- lokale Hautreizungen der Injektionsstelle (Rötung, Brennen, Juckreiz, lokales Ödem)
- systemische Postinjektionsreaktion (Luftnot, Herzrasen, Beklemmung, Angstefühle, Schweißausbruch)
- Lymphknotenschwellungen
- Lipoatrophien
- Infektionen, grippeartige Symptome
- Hautneoplasien (meist benigne)
- Anorexie, Gewichtszunahme
- Angst, Depression, Nervosität
- Augenerkrankungen
- Palpitationen, Tachykardie
- Übelkeit, Erbrechen
- Pollakisurie, Harnretention
- Fieber und Schüttelfrost
5 Kontraindikationen [bearbeiten]
- Schwangerschaft
- Stillzeit
- Allergien gegen den Wirkstoff
- Patienten mit primär oder sekundär progredienter MS
Fachgebiete: Immunologie, Neurologie, Pharmakologie
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