Vom 10.10 bis 22.10.2017 steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Synonym: Frauenarzt, Gynäkologe
Englisch: gynecologist

1 Definition

Ein Gynäkologe (Gynäkologin) ist ein Facharzt für geschlechtsspezifische Erkankungen der Frau, das zugehörige Fachgebiet ist die Gynäkologie.

2 Weiterbildung

Die Ausbildung zum Facharzt ist mit der Ausbildung in der Geburtshilfe verzahnt. Der offizielle Facharzttitel lautet daher "Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe".

Die Weiterbildungszeit beträgt 60 Monate. Von dieser Zeit können:

  • 6 Monate in einem anderen Gebiet
  • 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen
  • 24 Monate in der ambulanten Versorgung

abgeleistet werden.

Weiterhin muss eine Weiterbildung in der psychosomatischen Grundversorgung absolviert werden.

3 Weiterbildungsinhalte

Die Weiterbildung dient dem Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten in:

  • der Gesundheitsberatung einschließlich Stillberatung und den Grundlagen der Ernährungsmedizin, Früherkennung und Vorbeugung einschließlich Impfungen
  • der konservativen und operativen Behandlung der weiblichen Geschlechtsorgane einschließlich der Brust, der Erkennung und Behandlung von Komplikationen und der Rehabilitation
  • der (Früh-)Erkennung sowie den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie einschließlich der Indikationsstellung zur gynäkologischen Strahlenbehandlung und der Nachsorge von gynäkologischen Tumorerkrankungen
  • der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • der Feststellung einer Schwangerschaft, der Mutterschaftsvorsorge, der Erkennung und Behandlung von Schwangerschaftserkrankungen, Risikoschwangerschaften und der Wochenbettbetreuung
  • der Geburtsbetreuung einschließlich Mitwirkung bei Risikogeburten und geburtshilflichen Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade sowie der Versorgung und Betreuung des Neugeborenen einschließlich der Erkennung und Behandlung von Anpassungsstörungen
  • der Diagnostik und Therapie der Harn- und postpartalen Analinkontinenz einschließlich des Beckenbodentrainings
  • der Indikationsstellung zu plastisch-operativen und rekonstruktiven Eingriffen im Genitalbereich und der Brust
  • der Erkennung und Behandlung des prämenstruellen Syndroms
  • der hormonellen Regulation des weiblichen Zyklus und der ovariellen Fehlfunktionen einschließlich der Erkennung und Basistherapie der weiblichen Sterilität
  • der Familienplanung sowie hormoneller, chemischer, mechanischer und operativer Kontrazeption
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung
  • der Beratung bei Schwangerschaftskonflikten sowie der Indikationsstellung zum Schwangerschaftsabbruch unter Berücksichtigung der gesundheitlichen einschließlich psychischen Risiken
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
  • der Prävention der Osteoporose
  • der Sexualberatung der Frau und des Paares
  • psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen, psychosozialen und psychosexuellen Störungen unter Berücksichtigung der gesellschaftsspezifischen Stellung der Frau und ihrer Partnerschaft
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen einschließlich den Grundlagen zytodiagnostischer Verfahren sowie Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
  • der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich Gerinnungsstörungen sowie lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung

Die im Rahmen der Weiterbildung zu erlernenden Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind:

  • ante- und intrapartale Cardiotokogramme
  • Leitung von normalen Geburten auch mit Versorgung von Dammschnitten und Geburtsverletzungen
  • Geburtshilfliche Operationen, z. B. Sektio, Forceps, Vakuum-Extraktion, Entwicklung aus Beckenendlage
  • Erstversorgung einschließlich Erstuntersuchung des Neugeborenen
  • Lokal- und Regionalanästhesie
  • operative Eingriffe
    • am äußeren und inneren Genitale und der Brust, z. B. Abrasio, Nachkürettage, diagnostische Exstirpation, Hysteroskopie
    • vaginale und abdominelle Operationen, z. B. Hysterektomien einschließlich Deszensus-Operationen, Laparoskopien
  • Kolposkopien
  • Anfertigung von zytologischen Abstrichpräparaten
  • Ultraschalluntersuchungen einschließlich Endosonographie und Dopplersonographie der weiblichen Urogenitalorgane und der Brust sowie der utero-plazento-fetalen Einheit auch im Rahmen der Fehlbildungsdiagnostik
  • Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung

4 Schwerpunkte

Im Rahmen der Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sieht die derzeitige (2005) Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer auch Schwerpunkte vor, auf die der Einzelne sich verstärkt konzentrieren kann.


5 Links

Fachgebiete: Medizinberuf

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