Vom 16. bis 23. Juli steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Mastektomie

(Weitergeleitet von Ablatio mammae)

von griechisch: μαστός - "Brust", έκ - "heraus", τομή - "schneiden"
Synonyme: Ablatio mammae, Brustamputation
Englisch: mastectomy

1 Definition

Als Mastektomie bezeichnet man die ein- oder beidseitige Entfernung der weiblichen oder männlichen Brustdrüse. Eine häufige Indikation für eine Ablation der befallenen Brust sind maligne Tumore (siehe Mammakarzinom).

2 Einteilung

Man unterscheidet verschiedene Formen der Mastektomie:

2.1 ...nach Seite des Eingriffs

  • unilaterale Mastektomie: einseitige Brustentfernung
  • bilaterale Mastektomie: beiseitige Brustentfernung

2.2 ...nach Umfang des Eingriffs

  • totale Mastektomie: Entfernung der gesamten Brustdrüse. Ja nachdem, welche anderen Gewebe mit enfernt werden, unterscheidet man weiter in:
    • subkutane Mastektomie: Entfernung des Brustdrüsenkörpers ohne Haut, Mamille und Warzenhof
    • einfache Mastektomie: Entfernung der Brustdrüse einschließlich eines Hautbezirks mit Areole und Mamille, sowie des Fettgewebes und der Faszie der Brustmuskeln.
    • Modifiziert radikale Mastektomie: Wie einfache Mastektomie. Zusätzlich werden die Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt.
    • radikale Mastektomie: Wie oben. Zusätzlich Entfernung des Musculus pectoralis major. Heute nur noch selten angewandt.
  • partielle Mastektomie: brusterhaltende Teilenfernung der Brustdrüse, z.B.:

Die gewählte Methode ist abhängig von der Indikationsstellung.

3 Brustrekonstruktion

Nach einer Mastektomie ist eine Brustrekonstruktion notwendig, da die Brust ein wichtiger Faktor für das Körperbild bzw. die Identität der Patientinnen ist und das Fehlen einer Brust u.U. als Verstümmelung empfunden wird. Für das verlorene Gewebe wird ein Brustersatz auf biologischer oder künstlicher Basis geschaffen. Dabei kommen u.a. in Frage:

  • Brustimplantate: Formkissen zur Implantation, die mit Silikon oder Kochsalzlösung gefüllt sind. Sie werden auch zur Brustvergrößerung eingesetzt.
  • Lappenplastiken: Bei diesen plastischen Operationen wird Gewebe aus anderen Körperregionen auf den Thorax verlagert und dort zu einer neuen Brust aus lebendem Gewebe geformt. Diese Methode ist von allen Verfahren die aufwendigste.
  • Brustepithesen: Brustepithesen bzw. Brustprothesen sind Formkissen aus Silikon, die nicht implantiert, sondern auf der Körperoberfläche getragen werden. Sie ahmen in Form und Gewicht die normale Brust nach und werden entweder in den BH eingelegt oder mit Hife eines Haftmittels auf die Brustwand geklebt.

Die Auswahl des geeigneten Verfahrens ist abhängig vom erwünschten kosmetischen Ergebnis und vom genauen Umfang der Mastektomie.

4 Indikationen

Die Entfernung der weiblichen Brust stellt einen schwerwiegenden Einschnitt in das Leben und das Selbstwertgefühl einer Frau dar. Obwohl die Therapiemöglichkeiten heute wesentlich öfter die Erhaltung der Brust ermöglichen, ist gerade bei Brustkrebs oftmals eine Mastektomie indiziert. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Karzinom im Verhältnis zur Gesamtgröße der Brust sehr ausgedehnt ist. Kommt es zu einer Brustkrebserkrankung während der Schwangerschaft, wäre sowohl die Bestrahlung, als auch eine Chemotherapie sehr gefährlich für den Embryo. Hier bleibt häufig ebenfalls nur die Mastektomie. Das Gleiche gilt für Patientinnen, die unter einer Sklerodermie leiden. Eine Bestrahlung wäre hier zu belastend.

Weitere mögliche Indikationen für eine Mastektomie sind:

5 Komplikationen

6 Literatur

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