Voltage-Map
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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deutsch: Spannungskarte, Spannungsverteilungskarte, elektroanatomische Spannungsdarstellung
Synonym: Voltage-Mapping
Definition
Die Voltage-Map ist eine farbkodierte Darstellung der lokal gemessenen bipolaren Myokardspannung im Rahmen einer invasiven elektrophysiologischen Untersuchung. Sie bildet die elektrische Signalamplitude auf einer dreidimensionalen Rekonstruktion des Endo- oder Epikards ab. Die Spannungsangabe erfolgt in Millivolt.
Hintergrund
Beim elektroanatomischen Mapping werden an multiplen endokardialen oder epikardialen Punkten intrakardiale Elektrogramme aufgezeichnet. Die bipolare Signalamplitude dient als Surrogatparameter der lokalen Myokardintegrität. Reduzierte Spannungen korrelieren mit fibrotischem oder narbigem Gewebe. Intermediäre Spannungen kennzeichnen Übergangszonen zwischen gesundem Myokard und Narbe. Solche Zonen können verzögerte Leitung und funktionelle Kanäle innerhalb eines Narbenareals enthalten.
Messung
Die Erstellung erfolgt mittels elektroanatomischer Mapping-Systeme. Ein Mapping-Katheter erfasst an multiplen Positionen bipolare Signale, die mit einer dreidimensionalen Geometrie des Herzens verknüpft werden. Die Spannungswerte werden farbkodiert dargestellt. Die Kartierung kann im Sinusrhythmus, während Stimulation oder während Tachykardie erfolgen. Signalqualität, Katheterkontakt und Filtereinstellungen beeinflussen die gemessene Amplitude.
Referenzbereiche
Ventrikel (bipolare Spannung):
- ≥ 1,5 mV: vitales Myokard
- 0,5–1,5 mV: Borderzone
- < 0,5 mV: Narbenareal
Im Vorhof werden meist niedrigere Schwellenwerte verwendet. Die Grenzwerte sind system- und katheterabhängig.
Interpretation
Niederspannungsareale weisen auf strukturelle Myokardschädigung hin. Innerhalb solcher Areale können schmale Leitungsbahnen mit relativ höheren Amplituden bestehen. Diese Strukturen sind mit Reentry-Mechanismen assoziiert. Die Interpretation erfolgt in Kombination mit Aktivierungs- und Entrainment-Analysen.
Abgrenzung
Die Voltage-Map stellt die Amplitude lokaler elektrischer Signale dar. Eine Aktivierungs-Map beschreibt hingegen die zeitliche Abfolge der Depolarisation. Beide Kartentypen erfassen unterschiedliche elektrophysiologische Eigenschaften und ergänzen sich in der Substratanalyse.
Literatur
- M. Wieczorek, Kursbuch Kardiologische Elektrophysiologie, Thieme-Verlag
- L. Iden et. al., Invasive Elektrophysiologie für Einsteiger, Springer-Verlag
- E. Hoffmann et. al., Interventionelle kardiale Elektrophysiologie – Praxis-Lehrbuch, Springer-Verlag