Venenstauprobe (Pferd)
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LoslegenDefinition
Die Venenstauprobe ist ein wesentlicher Bestandteil der klinischen Allgemeinuntersuchung beim Pferd. Sie besteht aus einer kurzzeitigen Kompression der Vena jugularis externa in der Drosselrinne mittels Daumendruck und beurteilt die Füllung und Entleerung der Vene. Sie ergänzt die Inspektion des Venenpulses.
Durchführung
Beim Pferd werden die beiden Drosselrinnen zunächst durch Inspektion und Palpation auf Schwellungen untersucht, die auf einen Thrombus innerhalb des Venenlumens hinweisen.
Die jeweilige Vena jugularis externa wird meist im unteren Halsdrittel, kurz vor der Brustapertur, fest mit dem Daumen gestaut. Anschließend werden die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Venenfüllung beurteilt. Nach dem Lösen des Venenstaus wird die Abflussgeschwindigkeit des aufgestauten Blutes evaluiert. Die Untersuchung führt man an beiden Halsseiten durch.
Interpretation
Normalbefund
Am stehenden Pferd mit erhobenem Kopf sind die beiden Jugularvenen nicht hervortreten oder gestaut. Die Venenstauprobe zeigt an beiden Venen ein promptes venöses Blutangebot und einen raschen Abfluss nach Lösen des Staus. Meist sollte sich die Vene innerhalb von 1–2 Sekunden nach Beginn der Stauprobe merklich mit Blut füllen.
Pathologische Befunde
Umfangvermehrungen und eine verlorengegangene Anstaubarkeit der Vene sind ein Indiz für eine mögliche Thrombusbildung im Lumen. Handelt es sich um einen chronischen Prozess, bei dem der Thrombus bereits vor einiger Zeit entstanden ist und somit zum Untersuchungszeitpunkt nicht mehr reaktiv entzündlich ist, ist die Vene palpatorisch meist nur derb und verdickt. Eine lokale Überwärmung oder Schmerzhaftigkeit weist auf einen aktiv entzündlichen Prozess hin (Thrombophlebitis).
Liegt ein hypovolämischer Schock vor, zeigt sich eine unterschiedlich ausgeprägte Verzögerung der Stauprobe, da das venöse Blutangebot geringgradig bis hochgradig vermindert ist. Während der aktiven Stauung füllen sich die Jugularvenen langsamer und weniger ausgeprägt als es zu erwarten wäre, was auf das verminderte zirkulierende Blutvolumen zurückzuführen ist.
Weitere Diagnostik
Werden bei der Venenstauprobe pathologische Befunde erhoben, ist eine weitere Diagnostik sinnvoll. Mit der Sonographie bzw. Dopplersonographie lassen sich mögliche Thromben innerhalb der Jugularvenen feststellen und Aussagen über den Blutfluss treffen. Bei Verdacht auf kardiale Ursachen ist eine Echokardiographie sinnvoll, um eine Herz- bzw. Klappeninsuffizienz zu identifizieren.
Literatur
- Baumgartner, M. et al. (2017) Klinische Propädeutik der inneren Krankheiten der Haus- und Heimtiere. 9. Aufl. Berlin: Parey Verlag.
- Brehm, W., Gehlen, H., Ohnesorge, B. und Wehrend, A. (Hrsg.) (2017) Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Aufl. Stuttgart: Enke Verlag in Georg Thieme Verlag.
- Gehlen, H. (2010): Pferdekardiologie. Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft.
- Reed, S. M., Bayly, W. M. und Sellon, D. C. (2017) Equine Internal Medicine. 4th revised ed. Philadelphia: Saunders (Elsevier).