Venenpuls (Pferd)
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LoslegenDefinition
Der Venenpuls des Pferdes ist eine sichtbare oder palpierbare Pulsation der Vena jugularis externa, die durch Druck- und Volumenschwankungen im venösen Gefäßsystem entsteht. Die Beurteilung des Venenpulses erfolgt meist im Rahmen der Venenstauprobe.
Einteilung
Beim Pferd kann zwischen einem physiologischen negativen Venenpuls sowie pathologischen Formen wie dem positiven Venenpuls und dem Pseudovenenpuls unterschieden werden.
Negativer Venenpuls
Der negative Venenpuls ist auf physiologische Druckschwankungen im rechten Vorhof und Druckwellen durch die sich schließenden Herzklappen im Verlauf eines Herzzyklus zurückzuführen. Es zeigen sich kleine Undulationen oder auch Pulsationen innerhalb des Venenlumens. Bei Pferden mit gesenkter Kopfhaltung, beispielsweise während der Futteraufnahme vom Boden, können sich diese physiologischen Pulsationswellen über die gesamte Länge der Jugularvenen ausdehnen.
Positiver Venenpuls
Der positive Venenpuls gilt als pathognomonisches Zeichen für eine weit fortgeschrittene Trikuspidalklappeninsuffizienz. Bei einer Trikuspidalklappeninsuffizienz fließt während jeder Systole ein Teil des Blutes aus dem rechten Ventrikel in den rechten Vorhof zurück. Hierdurch treten in den herznahen Venen retrograde Pulswellen von der Brustapertur in Richtung Kopf auf, die synchron zur Herzkontraktion ablaufen.
Im Gegensatz zum physiologischen negativen Venenpuls bleiben die Pulsationen auch während einer Venenstauprobe bestehen. Es kann mitunter eine retrograde Füllung der Vene durch den Rückstrom aus dem Herzen beobachtet werden, wenn die Vene kopfwärts dazu abgestaut wird.
Pseudovenenpuls
Der Pseudovenenpuls beschreibt eine auf die Jugularvene übertragene Pulsation der Arteria carotis communis. Gerade bei aufgeregten Pferden und Rassen mit einem hohen Sympathikotonus ist dieses Phänomen häufiger zu beobachten. Der Pseudovenenpuls ist durch die anatomische Nähe der Arterie im Spatium colli bedingt. Er kann den Anschein einer venösen Pulsation erwecken. Eine echte Pulswelle innerhalb der Vene läuft in diesem Fall aber nicht ab.
Mittels einer Venenstauprobe lässt sich der Pseudovenenpuls von einem positiven Venenpuls abgrenzen, da es in diesem Fall herzwärts der Stauung zu einem Kollaps der Vene kommt und sich keine erneute Füllung einstellt.
Ähnliche Pulsationen der Jugularvenen können auch bei Herzrhythmusstörungen auftreten.