TrueFISP
Definition
TrueFISP, kurz für True Fast Imaging with Steady-State Precession, ist eine MRT-Sequenz aus der Gruppe der balancierten Steady-State-Free-Precession-Sequenzen (SSFP). Sie zeichnet sich durch vollständig balancierte Gradienten in allen drei Raumrichtungen aus und erzeugt ein charakteristisches, stark vom Verhältnis T2/T1 abhängiges Signal.
Hintergrund
Die Bezeichnung "True" FISP beruht darauf, dass im Gegensatz zu klassischen FISP-Sequenzen beide Signalanteile, nämlich der Free-Induction-Decay (FID, freie Induktionsabklingung) und der Echo-Anteil, vollständig refokussiert und gemeinsam als ein einzelnes Echo gemessen werden. TrueFISP ist eine herstellerspezifische Bezeichnung. Vergleichbare Sequenzen werden von anderen Herstellern unter unterschiedlichen Namen angeboten (z.B. FIESTA, Balanced-FFE).
Physikalisches Prinzip
Ein wesentliches Merkmal der TrueFISP-Sequenz ist die Verwendung vollständig balancierter Gradienten. Das bedeutet, dass die durch die Gradienten verursachte Dephasierung innerhalb eines TR-Intervalls (Repetition Time) vollständig ausgeglichen wird. Am Ende jedes TR-Intervalls liegt somit keine Nettodephasierung mehr vor. Dadurch werden die verschiedenen Signalanteile der Steady-State-Magnetisierung gleichzeitig refokussiert. Das resultierende Signal wird typischerweise in der Mitte des TR-Intervalls gemessen.
Ein wichtiger Effekt ist, dass das Signal im Wesentlichen vom Verhältnis T2/T1 abhängt. Gewebe mit einem hohen T2/T1-Verhältnis erscheinen daher besonders signalreich. Dazu zählen insbesondere Flüssigkeiten wie Liquor und Blut.
Artefakte
Ein typisches Problem der TrueFISP-Sequenz sind sogenannte Banding-Artefakte. Dabei handelt es sich um streifenförmige Signalverluste, die durch Inhomogenitäten des Magnetfeldes entstehen. Diese Artefakte treten auf, wenn die Refokussierung durch lokale Dephasierung gestört wird. Sie sind besonders ausgeprägt bei höheren Feldstärken und in Regionen mit schlechter Feldhomogenität.
Klinische Anwendung
Aufgrund der starken Signalgebung von Flüssigkeiten wird TrueFISP vor allem in Anwendungen eingesetzt, bei denen flüssigkeitsreiche Strukturen dargestellt werden sollen. Typische Einsatzgebiete sind:
- Kardiale MRT (z.B. Darstellung der Herzaktion)
- MR-Angiographie ohne Kontrastmittel
- MR-Zisternographie und Myelographie
- MR-Urographie
- MR-Enterographie
Die Sequenz eignet sich besonders gut zur Darstellung von Blut und Liquor und ermöglicht schnelle Bildakquisitionen mit hohem Signal.
Literatur
- mriquestions.com - True FISP. What is True FISP, and why is it "truer" than regular FISP?, abgerufen am 16.04.2026
- Huang et al., Are TrueFISP images T2/T1-weighted?, Magn Reson Med, 2002
- Scheffler und Hennig, Is TrueFISP a gradient-echo or a spin-echo sequence?, Magn Reson Med, 2003