Takenouchi-Kosaki-Syndrom
Englisch: Takenouchi-Kosaki syndrome, macrothrombocytopenia-lymphedema-developmental delay-facial dysmorphism-camptodactyly syndrome
Definition
Das Takenouchi-Kosaki-Syndrom ist ein seltenes Fehlbildungssyndrom, das mehrere Organsysteme betrifft. Gekennzeichnet sind Entwicklungsverzögerungen, intellektuelle Beeinträchtigung, Makrothrombozytopenie, Lymphödeme und dysmorphe Gesichtsmerkmale sowie Herzanomalien, Schwerhörigkeit und Immunschwäche.
Epidemiologie
Das Takenouchi-Kosaki-Syndrom ist eine sehr seltene Erkrankung. Es wurde erstmalig 2015 beschrieben. Bisher (2026) sind nur wenige Einzelfallberichte bekannt.
Ätiologie
Ursächlich für das Takenouchi-Kosaki-Syndrom sind de-novo Mutationen im CDC42-Gen, das zur Rho-Famile gehört. In den meisten Fällen liegt eine pathogene Missense-Mutation (p.Tyr64Cys-Mutation) vor. Es wird ein autosomal-dominanter Erbgang diskutiert.
Klinik
Das klinische Erscheinungsbild ist variabel. Typisch sind prä- und postnatale Wachstumsretardierung, Mikrozephalie und eine globale Entwicklungsverzögerung mit Intelligenzminderung. Häufig finden sich dysmorphe Gesichtszüge mit breiter Nasenwurzel, tiefsitzenden Ohren und Hypertelorismus. Viele Patienten zeigen eine kombinierte Immundefizienz mit rezidivierenden Infektionen. Zusätzlich können autoinflammatorische Symptome, Thrombozytopenie, Anämie, Hepatosplenomegalie sowie vaskuläre Auffälligkeiten auftreten. Neurologisch werden u.a. Hypotonie und Epilepsie beschrieben.
Therapie
Eine kausale Therapie existiert nicht. Die Behandlung erfolgt symptomorientiert und interdisziplinär. Dazu gehören die Infektionsprophylaxe und -therapie bei Immundefizienz, gegebenenfalls Immunglobulinsubstitution, entzündungshemmende Therapien bei autoinflammatorischer Aktivität sowie entwicklungsfördernde Maßnahmen wie Physiotherapie und Ergotherapie. In Einzelfällen wurden eine hämatopoetische Stammzelltransplantation oder Splenektomie diskutiert.
Literatur
- Takenouchi et al. Macrothrombocytopenia and developmental delay with a de novo CDC42 mutation: Yet another locus for thrombocytopenia and developmental delay. Am J Med Genet A. 2015
- Caragli et al. Auditory and Language Abilities in Children with Takenouchi-Kosaki Syndrome: A Systematic Review. Genes (Basel). 2024
- Yamano et al. Splenectomy as an effective treatment for macrothrombocytopenia in Takenouchi-Kosaki syndrome Int Jour Hematol. 2022