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Sticker-Sarkom (Hund)

(Weitergeleitet von Sticker-Sarkom)

Synonyme: Sticker-Tumor, transmissibler venerischer Tumor (TVT)
Englisch: transmissible venereal tumor, Canine transmissible venereal tumor, infectious sarcoma

1 Definition

Das Sticker-Sarkom ist ein übertragbarer Tumor des Hundes, der vor allem an den Geschlechtsorgane auftritt.

2 Geschichte

Die Entdeckung des Sticker-Sarkoms erfolgte im Jahr 1876 durch den russischen Veterinärmediziner Novinsky.

3 Epidemiologie

Sticker-Sarkome kommen weltweit vor, sind jedoch besonders häufig bei (streunenden) Hunden in tropischen Ländern anzutreffen.

4 Pathologie

Das Sticker-Sarkom wird durch Schleimhautkontakt von Hund zu Hund übertragen. Der natürliche Übertragungsweg ist der Deckakt (venerische Erkrankung). Aber auch durch gegenseitiges Belecken und Beriechen der Genitalien können sich die Hunde mit dem Tumor infizieren.

Da eine Übertragung von Tumorerkrankungen ansonsten eher ungewöhnlich ist, vermutete man lange Zeit ein ansteckendes Virus als Ursache. In experimentellen Untersuchungen konnte jedoch gezeigt werden, dass das Sticker-Sarkom nur durch lebende Tumorzellen übertragen werden kann.

Die Tumorzellen lösen eine Immunreaktion aus, weshalb bei Hunden mit starkem Immunsystem eine Remission des Tumors möglich ist. Metastasen in die regionären Lymphknoten, die Haut, orale Schleimhäute und andere Organe kommen vor, sind aber selten.

5 Symptome

Typischerweise wachsen die zerklüfteten, blumenkohlartigen Tumoren in der Schleimhaut von Penis, Präputium, Vagina und Vulva. Die Tumore können aber auch in der Nasenhöhle, im Maul oder in der Haut wachsen. Eitriger Ausfluss ist häufig.

6 Diagnose

In der zytologischen Untersuchung sieht man undifferenzierte Rundzellen, die durch eine numerische Chromosomenaberration (57-59 anstatt 78 Chromosomen) auffallen.

7 Therapie

In rund 20 % der Erkrankungen kommt es zu einer Spontanheilung, die durch Resektion des Primärtumors noch begünstigt wird. Dennoch sollten betroffene Tiere chemotherapeutisch behandelt werden, da es sich bei den Spontanheilungen um scheinbare Heilungen handeln kann. Das Mittel der Wahl ist Vincristin (0,025 mg/kgKG oder 0,5 bis 0,7 mg/m2 Körperoberfläche einmal wöchentlich i.v.), das so lange angewendet werden muss, bis die Neubildungen verschwunden sind. Die Therapie kann man aus Sicherheitsgründen bis zu 2 Wochen verlängern.

Bei geeigneter Lokalisation der Neubildung kann auch eine Strahlentherapie in Erwägung gezogen werden. Behandelte Hunde sollten aus prophylaktischen Gründen umgehend kastriert werden.

8 Prognose

Spontanremission kommen vor. Wenn rechtzeitig eine adäquate Therapie ergriffen wird, ist oft mit einer Heilung zu rechnen. Obwohl Rezidive möglich sind, ist die Prognose daher insgesamt günstig.

9 Literatur

  • Hans G. Niemand (Begründer), Peter F. Suter, Barbara Kohn, Günter Schwarz (Herausgeber). Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Enke-Verlag, 2012.

Diese Seite wurde zuletzt am 11. November 2019 um 19:15 Uhr bearbeitet.

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