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Spirillum minus

1 Definition

Unter dem Spirillum minus versteht man ein gramnegatives, dünnes, nicht sporenbildendes, begeißeltes und somit bewegliches Bakterium.

2 Epidemiologie

Eine Infektion mit Spirillum minus ist auf allen Kontinenten möglich, tritt jedoch vor allem in Japan auf, wo sie auch als Sodoku bezeichnet wird.

3 Pathogenese

Spirillum minus gehört zur normalen Rachenflora von Nagetieren und wird durch eine Bissverletzung durch Nagetiere oder über nagetierfressende Tiere (z.B. Katzen) übertragen.

4 Klinik

Eine Infektion mit Spirillum minus führt zum Rattenbissfieber. Dabei entwickelt sich nach einer Inkubationszeit von zwei Wochen an der Wunde ein dunkelrotes Exanthm, in Kombination mit Fieberschüben von ca. fünf Tagen, die von fünftägigen fieberfreien Abschnitten gefolgt werden. Das Auftreten einer Schwellung von Leber, Milz und Lymphknoten sowie eine Lymphangitis sind ebenfalls möglich.

Die Letalität beträgt unbehandelt fünf bis zehn Prozent.

5 Nachweis

Die Diagnose wird in der Regel durch das Mikroskopieren eines Präparates aus der Hautläsion gestellt. Im Dunkelfeld und Phasenkontrast sieht man dabei eine große Anzahl von schraubenförmigen Bakterien. Der kulturelle Nachweis einer Infektion mit Spirillum minus ist nicht möglich.

6 Therapie

Eine Infektion wird häufig durch die Einnahme von Benzylpenicillinen oder Aminoglykosiden behandelt.

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