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Spinaler Schock

1 Definition

Der spinale Schock bezeichnet einen plötzlichen Ausfall sämtlicher oder bestimmter motorischer, sensorischer und vegetativer Funktionen nach einer Verletzung des Rückenmarks.

2 Pathophysiologie

Der spinale Schock ist in der Einteilung der Schockarten im Bereich des neurogenen Schocks oder der distributiven Schockarten (gestörte Blutverteilung im Körper, relativer Blutverlust) einzuordnen. Er ist zumeist durch ein Wirbelsäulentrauma bedingt, welches das Rückenmark beschädigt und zu einem plötzlichen Ausfall sämtlicher oder bestimmter motorischer, sensorischer und vegetativer Funktionen des Rückenmarks führt.

In der Folge kommt es zu einer Störung der sympathischen Innervation der Blutgefäße und ggf. des Herzens (HWS-Trauma). Es entsteht u.a. eine periphere Vasodilatation, die dazu führt, dass der venöse Rückstrom und das Herzzeitvolumen dramatisch sinken.

Auch der mögliche massive Blutdruckabfall bei erfolgter Periduralanästhesie oder Spinalanästhesie kann als spinaler Schock gewertet werden. Weiterhin kann ein durch eine rückenmarksnahe Anästhesie erzeugtes Trauma des Rückenmarks einen spinalen Schock hervorrufen Bei ausschließlicher Prellung des Rückenmarks ohne Vorliegen struktureller Verletzungen ist der spinale Schock in der Regel nur vorübergehend.

3 Symptome

4 Erstversorgung

Im Rettungsdienst erfolgt bei einem spinalen Schock primär die zügige Anlage eines periphervenösen Zugangs. Die Schocklage kann bei Bedarf nach Immoblisation auf einer Vakuummatratze mit einem Halswirbelsäulenimmobilisationskragen oder auf einem Spineboard durchgeführt werden. Sowohl die Trage des Rettungsdienstes als auch der Tisch im Rettungswagen können in eine entsprechende "gerade Kopf-Tieflage" gefahren werden, der sogenannte Schwebetisch im Rettungswagen bietet zusätzlich die Möglichkeit eines schonenden Transportes durch pneumatische Federung. Grundsätzlich ist in der Regel beim spinalen Schock mehr auf ein langsames und patientenschonendes Arbeiten als auf unbedingte Eile zu achten. Nicht vergessen werden sollten Wärmeerhalt und die psychische Betreuung des Patienten, für den die Symptome meist einen hohen Angstfaktor darstellen.

5 Klinik

In der Klinik erfolgt dann nach ausführlicher Diagnostik (CT) die ursachenbezogene Versorgung. Der spinale Schock kann über unbestimmte Zeit andauern.

6 Quellen

  • Larsen: Anästhesie (8. Auflage, Urban&Fischer Verlag)
  • Luxem, Kühn, Runggaldier: Rettungsdienst - RS/RH (1. Auflage, Urban&Fischer Verlag)
  • Schulte am Esch, Bause, Kochs, Scholz, Standl, Werner: Duale Reihe Anästhesie (3. Auflage, Thieme Verlag)
  • NAEMT: Präklinisches Traumamanagement (Dt. Ausgabe auf Basis der 6. engl. Auflage, Urban&Fischer Verlag)
  • Nelles G, Ackermann H et a.: Neurologische Rehabilitation. 1. Auflage, 2004. Thieme Verlag

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