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Sclerostin

1 Definition

Sclerostin ist ein Glykoprotein, das die Osteogenese hemmt und in Abhängigkeit von der mechanischen Belastung des Knochens sezerniert wird. Je geringer die Belastung, desto höher die Sclerostinsekretion. Dies erklärt den zunehmenden Schwund der Knochenmasse bei langer Inaktivität (z.B. bei Bettlägerigkeit).

2 Biochemie

Sclerostin ist das Produkt des SOST-Gens, das aus 213 Aminosäureresiduen besteht. Es kann den LRP5/6-Rezeptor binden und den Wnt-Signalweg inhibieren. Das wiederum führt zur Hemmung der Osteogenese. Die Beeinflussung des Wnt-Signalweges führt möglicherweise zu einem BMP-Antagonismus (bone morphogenetic protein). Die BMPs sind eine Gruppe verschiedener Wachstumsfaktoren, die unter anderem auch das Knochenwachstum induzieren.

3 Sekretion

Chondrozyten und Osteozyten produzieren Sclerostin und regulieren so die Osteoblastenaktivität und damit das Knochenwachstum.

4 Klinik

Bei eingeschränkter Funktion oder dem Verlust der Sclerostin-Funktion kommt es zu einem übermäßigen Knochenwachstum. Dieser Pathomechanismus liegt der autosomal-rezessiv vererbten Sklerosteose zugrunde. Vor allem am Schädelknochen entstehen Fehlbildungen, die zu einer Erhöhung des Hirndrucks führen können. Durch das Knochenwachstum kann es auch zu einer Kompression und damit Schädigung der Hirnnerven im Bereich ihrer Austrittsstellen an der Schädelbasis kommen.

Eine Hemmung von Sclerostin ist ein möglicher Therapieansatz bei Osteoporose, wie er z.B. mit dem monoklonalen Antikörper Romosozumab verfolgt wird.

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Fachgebiete: Biochemie

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