STARD
Definition
STARD, kurz für Standards for Reporting Diagnostic Accuracy Studies, ist ein Leitlinienstandard für die Berichterstattung von Studien, welche die Genauigkeit medizinischer Diagnoseverfahren untersuchen. Er definiert eine transparente Darstellung von Studiendesign, -durchführung und -auswertung, um die Validität diagnostischer Tests nachvollziehbar beurteilen zu können.
Hintergrund
Studien zur diagnostischen Genauigkeit sind essenziell für die Bewertung medizinischer Tests. Unvollständige Berichterstattung erschwert jedoch die Einschätzung von Sensitivität, Spezifität und klinischer Anwendbarkeit. STARD wurde entwickelt, um eine standardisierte Darstellung dieser Studien zu fördern.
Aufbau und Inhalte
Der STARD-Standard umfasst eine Checkliste mit 30 Items. Berichtet werden sollen unter anderem Auswahl der Patienten, Index- und Referenztest, Verblindung, zeitlicher Ablauf, statistische Methoden sowie Angaben zur Ergebnisdarstellung einschließlich Konfidenzintervalle.
Anwendungsbereich
STARD gilt für Studien zur Genauigkeit medizinischer Tests, unabhängig davon, ob es sich um bildgebende, laborchemische oder klinische Verfahren handelt.
Durch die Anwendung wird die Bewertung diagnostischer Studien erleichtert und die Übertragbarkeit der Ergebnisse in die klinische Praxis verbessert.
Abgrenzung
STARD ist Teil eines internationalen Sets von Reporting-Leitlinien, die auf unterschiedliche Studientypen zugeschnitten sind. Während STARD die strukturierte Berichterstattung diagnostischer Genauigkeitsstudien adressiert, richtet sich CONSORT an randomisierte kontrollierte Studien und STROBE an analytische Beobachtungsstudien. Für systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen diagnostischer Studien wird PRISMA-DTA verwendet.
Literatur
- Cohen JF, Korevaar DA, Altman DG, et al. STARD 2015 guidelines for reporting diagnostic accuracy studies: explanation and elaboration. BMJ Open. 2016;6(11):e012799. Published 2016 Nov 14. doi:10.1136/bmjopen-2016-012799