PRISMA
Definition
PRISMA, kurz für Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses, ist ein international anerkannter Leitlinienstandard für systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen. Er soll eine transparente und vollständige Darstellung des Vorgehens und der Ergebnisse solcher Arbeiten garantieren.
Abgrenzung
PRISMA ist Teil eines international etablierten Sets von Reporting-Leitlinien, die jeweils auf unterschiedliche Studientypen zugeschnitten sind. Während PRISMA die strukturierte Berichterstattung systematischer Übersichtsarbeiten und Metaanalysen adressiert, richtet sich CONSORT an randomisierte kontrollierte Studien und STROBE an analytische Beobachtungsstudien. Für diagnostische Genauigkeitsstudien wird STARD verwendet.
Hintergrund
Systematische Reviews und Metaanalysen sind wichtige Instrumente der evidenzbasierten Medizin. Eine inhomogene Berichterstattung würde die Bewertung der Suchstrategie, der Studienauswahl und der statistischen Synthese erschweren. PRISMA wurde entwickelt, um diese Prozesse zu standardisieren und die Reproduzierbarkeit zu erhöhen.
Aufbau
Der PRISMA-Standard umfasst eine 27-Punkte-Checkliste sowie ein Flussdiagramm. Die Checkliste adressiert unter anderem Fragestellung, Suchstrategie, Ein- und Ausschlusskriterien, Datenextraktion, Bias-Bewertung und statistische Methoden. Das Flussdiagramm visualisiert den Prozess der Studienidentifikation, -selektion und -einschlusses.
Anwendungsbereich
PRISMA ist primär für systematische Reviews und Metaanalysen konzipiert. Erweiterungen existieren unter anderem für Netzwerk-Metaanalysen, Individual-Patient-Data-Metaanalysen und Scoping Reviews.