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RSI-Syndrom

(Weitergeleitet von Repetitive Strain Injury Syndrom)

Synonyme: Repetitiv-Strain-Injury-Syndrom, "Mausarm", "Sekretärinnenkrankheit", Occupational Overuse Syndrom (OOC)
Englisch: repetitive strain injury syndrome

1 Definition

Das RSI-Syndrom ist ein untypisches Überlastungssyndrom, das vor allem durch stereotype Bewegungswiederholungen entsteht. Es entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, meist Montate oder gar Jahre. Zumeist sind Arme und Hände betroffen, nachrangig Schultern und Nacken.

2 Epidemiologie

Das RSI-Syndrom ist in den USA und Australien eine der wichtigsten anerkannten Berufskrankheiten, die Anerkennung und juristische Beurteilung ist in den verschiedenen Industrieländern aber uneinheitlich. Alle Arten von Bildschirmarbeiten, bei denen intensives Tippen (Tastatur oder Smartphone) oder Klicken (Maus) bzw. ähnliche Tätigkeiten dominieren, können betroffen sein.

3 Ursache

Auslösend sind Mikrotraumen vor allem der Sehnen, die bis zur nächsten Serie von Anforderungen oft nicht vollständig ausheilen.Das bei den Anforderungen auftretende leichte Schmerzempfinden geht möglicherweise in das neurologische "Bewegungsprogramm" (Schmerzgedächtnis) über.

4 Risikofaktoren

  • Bildschirmarbeit mit häufigem Tippen und Mausbedienen
  • Ergonomiemängel
  • selten: ungünstige Allgemeinbedingungen wie Kälte, Nässe

5 Diagnose

Die Diagnose erfolgt überwiegend klinisch unter Ausschluss ähnlicher Krankheitsbilder wie z.B. Tendovaginitis, Karpaltunnelsyndrom oder Epicondylitis humeri ulnaris

6 Symotome

Einn typisches Frühsymptom sind Parästhesien, die mit dem Ende der Belastung wieder nachlassen. Im weiteren Verlauf treten Koordinationsstörungen, Kraftmangel, Gelenksteifigkeit und chronische Schmerzen auf, zu deren Auslösung bereits unterschwellige Belastungen ausreichen. Im Spätstadium besteht anhaltender Dauerschmerz auch bei längerer Schonung. Es braucht Wochen, bis die Beschwerden wieder abklingen oder nur noch belastungsinduziert auftreten.

7 Komplikationen

8 Therapie

  • Schonung ohne Ruhigstellung
  • Schmerztagebuch
  • Entspannungsverfahren
  • Abstellen von Ergonomiemängeln (vor allem: Arbeitsplatz allgemein, Handgelenkstütze, Tastatur, Maus; Einführung einer Vertical-Mouse, einer Tastatur mit geringem Tastenhub und geringer Auslösekraft, einer Spracherkennung etc.) und, falls vorhanden Fehlstellungen, ungünstiger muskulärer Bedingungen (z.B. Hypertonus, Verkürzung)
  • Häufigere Unterbrechungen der potentiell auslösenden Bewegungen durch andere Bewegungen und Verrichtungen
  • Physiotherapie
  • Kräftigungs- und Dehnungstraining
  • Sport wirkt prophylaktisch und rezidivprophylaktisch

Bei einer Chronifizierung kann eine Psychotherapie in Erwägung gezogen werden. Analgetika (z.B. NSAR) sind kontraindiziert, sie können die Chronifizierung fördern.

Fachgebiete: Orthopädie

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juli 2021 um 17:53 Uhr bearbeitet.

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