Relugolix
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LoslegenHandelsnamen: Orgovyx®, Ryeqo®
Synonyme: RVT-601, TAK-385
Englisch: relugolix
Definition
Relugolix ist ein oral verfügbarer Wirkstoff aus der Klasse der GnRH-Rezeptorantagonisten. Er wird in der Onkologie beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom sowie – in fixer Kombination mit Estradiol und Norethisteronacetat – in der Gynäkologie bei Uterusmyomen und Endometriose eingesetzt.
Chemie
Die molare Masse beträgt 623,6 g/mol, die Summenformel lautet C29H27F2N7O5S.
Wirkmechanismus
Relugolix ist ein GnRH-Rezeptorantagonist. Er verhindert durch kompetitive Hemmung des GnRH-Rezeptors die Ausschüttung der Gonadotropine LH und FSH. Konsekutiv wird die Ausschüttung der Geschlechtshormone Testosteron und Estradiol gesenkt. Beim Mann erreicht der Testosteronspiegel eine Reduktion, die bis unter den Kastrationsspiegel reicht.[1]
Pharmakokinetik
Nach der oralen Einnahme dauert es etwa 1,5 Stunden bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration. Der Steady-State ist nach 7 Tagen erreicht. Eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme reduziert die Bioverfügbarkeit. Das Prostatakarzinom-Präparat kann jedoch unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, während für die Kombinationstherapie die jeweiligen Herstellerangaben zu beachten sind. Die Plasmaproteinbindung liegt bei 68 bis 71 %. Die Plasmahalbwertszeit ist dosisabhängig und liegt zwischen 36 und 65 Stunden. Die Elimination erfolgt überwiegend (ca. 82 %) über die Fäzes, zu etwa 4 % renal.
Indikation
Relugolix senkt die Spiegel der Sexualhormone und wird daher bei Erkrankungen eingesetzt, deren Verlauf durch eine Hormonsuppression günstig beeinflusst wird:
- fortgeschrittenes, hormonsensitives Prostatakarzinom als Androgendeprivationstherapie (Monopräparat)[1]
- mäßige bis starke Symptome von Uterusmyomen (Kombinationspräparat)[2]
- symptomatische Endometriose nach vorausgegangener medikamentöser oder chirurgischer Behandlung (Kombinationspräparat)
Dosierung
Beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom wird am ersten Tag eine Initialdosis von 360 mg oral verabreicht, gefolgt von 120 mg einmal täglich. In der gynäkologischen Indikation wird das Kombinationspräparat mit 40 mg Relugolix, 1 mg Estradiol und 0,5 mg Norethisteronacetat einmal täglich eingenommen.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen sind u.a.:
Wechselwirkungen
Relugolix ist ein Substrat des P-Glycoproteins (P-gp). Die gleichzeitige Gabe oraler P-gp-Inhibitoren kann die Relugolix-Exposition erhöhen und sollte vermieden werden. Die Kombination mit gleichzeitig P-gp- und stark CYP3A-induzierenden Substanzen senkt dagegen die Wirkspiegel.
Kontraindikationen
Kontraindiziert ist Relugolix bei schwerer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Für das Kombinationspräparat gelten zusätzlich die Gegenanzeigen der Komponenten Estradiol und Norethisteronacetat (u.a. bekannte oder vermutete Schwangerschaft, venöse oder arterielle Thromboembolie, hormonabhängige Malignome).
Zulassung
Relugolix wurde ursprünglich von Takeda entwickelt (Entwicklungscode TAK-385) und an Myovant Sciences auslizenziert. In Japan ist Relugolix seit 2019 als Monopräparat (Relumina®) zur Behandlung von Uterusmyomen zugelassen. In den USA erfolgte die Zulassung von Orgovyx® (Prostatakarzinom) im Dezember 2020, die des Kombinationspräparats (Myfembree®) im Mai 2021. In der Europäischen Union wurde das Kombinationspräparat Ryeqo® im Juli 2021 zugelassen (Uterusmyome; Erweiterung auf die Endometriose im Oktober 2023, Vertrieb durch Gedeon Richter), Orgovyx® für das fortgeschrittene Prostatakarzinom im April 2022.
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Shore et al., Oral Relugolix for Androgen-Deprivation Therapy in Advanced Prostate Cancer, N Engl J Med, 2020
- ↑ Al-Hendy et al., Treatment of Uterine Fibroid Symptoms with Relugolix Combination Therapy, N Engl J Med. 2021,