Pudenduskanal-Syndrom
Synonyme: Pudendus-Neuralgie, pudendale Neuralgie, Pudendusneuralgie, Alcock-Syndrom
Definition
Das Pudenduskanal-Syndrom ist ein Engpasssyndrom im Bereich des Beckenbodens, das den Nervus pudendus betrifft.
Ursache
Ursache des Pudenduskanal-Syndroms ist eine Kompression bzw. Schädigung des Nervus pudendus in seinem Verlauf durch den Alcock-Kanal (Canalis pudendalis). Es kann idiopathisch auftreten oder sekundär ausgelöst werden, z. B. durch Beckentrauma, operative Eingriffe, chronische Druckbelastung (z. B. Radfahren), Narbenbildung oder anatomische Engstellen im Bereich des Pudenduskanals.
Klinik
Leitsymptom sind brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus pudendus. Typisch ist eine Zunahme der Schmerzen im Sitzen und eine Besserung im Stehen oder Liegen. Weitere Symptome können Dysästhesien, Fremdkörpergefühl im Rektum oder in der Vagina, sexuelle Funktionsstörungen sowie Miktions- oder Defäkationsbeschwerden sein. Motorische Defizite stehen meist nicht im Vordergrund.
Diagnostik
- Prüfung von Ruhetonus und Willkürtonus der Sphinkteren
- Überprüfung des Analreflexes
- Neurographie des Nervus pudendus
Therapie
Die Therapie erfolgt multimodal. Konservativ kommen neuropathische Schmerzmedikamente (z. B. Gabapentinoide, trizyklische Antidepressiva), Physiotherapie des Beckenbodens sowie Vermeidung auslösender Belastungen zum Einsatz. Diagnostisch und therapeutisch können Pudendus-Nervenblockaden hilfreich sein. Bei therapierefraktären Verläufen werden interventionelle Verfahren wie Radiofrequenztherapie oder in ausgewählten Fällen eine operative Dekompression erwogen.