Prosopometamorphopsie
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Synonym: PMO
Englisch: prosopometamorphopsia
Definition
Die Prosopometamorphopsie ist eine seltene Störung der visuellen Wahrnehmung, bei der Gesichter oder einzelne Gesichtsmerkmale verzerrt wahrgenommen werden. Andere Objekte können dabei normal erscheinen. Sie zählt zu den Metamorphopsien.
Klinik
Die wahrgenommenen Veränderungen können das gesamte Gesicht oder einzelne Strukturen wie Augen, Nase oder Mund betreffen. Diese erscheinen beispielsweise vergrößert, verkleinert, verschoben oder verformt. Bei einer Hemiprosopometamorphopsie ist nur eine Gesichtshälfte betroffen. Die Erkennung der Identität einer Person kann trotz der Verzerrungen erhalten sein. Dadurch unterscheidet sich die Prosopometamorphopsie von der Prosopagnosie, bei der die Wiedererkennung von Gesichtern beeinträchtigt ist.
Ätiologie
Prosopometamorphopsien wurden insbesondere bei zerebralen Ischämien und Blutungen, Epilepsie, Migräne, Hirntumoren und Schädel-Hirn-Traumata beschrieben. Strukturelle Läsionen finden sich unter anderem in okzipitalen bzw. okzipitotemporalen Hirnregionen sowie im Splenium corporis callosi.
Die genaue neuroanatomische Grundlage ist nicht abschließend geklärt und scheint von der jeweiligen Form der Wahrnehmungsstörung abzuhängen.
Diagnostik
Die Diagnose wird anhand der charakteristischen visuellen Wahrnehmungsstörung gestellt. Bei neu aufgetretener Prosopometamorphopsie sollte eine neurologische Abklärung erfolgen, um insbesondere strukturelle oder epileptische Ursachen auszuschließen.
Quellen
- Blom JD, ter Meulen BC, Dool J, ffytche DH: A century of prosopometamorphopsia studies. Cortex. 2021;139:298–308
- Herald SB, Almeida J, Duchaine B: Face distortions in prosopometamorphopsia provide new insights into the organization of face perception. Neuropsychologia. 2023;182:108517