Metamorphopsie
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LoslegenEnglisch: metamorphopsia
Definition
Die Metamorphopsie ist eine subjektive Sehstörung mit verzerrter Wahrnehmung der Umwelt bzw. der eigenen Person in Relation zur Umgebung. Charakteristisch ist z.B., dass gerade Linien wellig oder Objekte in Größe und Form verändert erscheinen. Ätiologisch kommen Augenerkrankungen sowie neurologische und psychische Erkrankungen in Betracht.
Terminologie
Der Begriff Metamorphopsie wird uneinheitlich verwendet: In der Augenheilkunde bezeichnet er meist die geometrische Verzerrung von Form und Größe, in der Neuropsychiatrie dient er als Oberbegriff für ein breites Spektrum visueller Wahrnehmungsstörungen.[1]
Formen
Zu den Metamorphopsien im engeren Sinn (Verzerrung von Größe, Form und Lage) zählen:
- Mikropsie (gr. "mikrós" – klein): Objekte werden verkleinert wahrgenommen
- Makropsie (gr. "makrós" – groß): Objekte erscheinen vergrößert
- Dysmorphopsie: Objekte erscheinen unförmig und verzerrt
- Teleopsie: Objekte werden weiter entfernt wahrgenommen
- Pelopsie: Objekte erscheinen näher herangerückt
- Prosopometamorphopsie: Gesichter bzw. einzelne Gesichtszüge erscheinen verzerrt
Mikropsie und Makropsie werden als Dysmetropsien zusammengefasst und treten u.a. beim Alice-im-Wunderland-Syndrom auf.
In manchen Quellen werden auch weitere Störungen der visuellen Wahrnehmung zu den Metamorphopsien gezählt, darunter z.B.:
- Achromatopsie: Farben können nicht mehr wahrgenommen werden
- Chromatopsie: Objekte erscheinen farblich verändert (bei der Cyanopsie z.B. alles in Blautönen)
- Akinetopsie: bewegte Objekte können nicht mehr wahrgenommen werden
- Corona-Phänomen: Objekte werden mit einer oft farbigen Umrahmung gesehen
Ursachen
Metamorphopsien können ophthalmologisch, neurologisch oder psychisch bedingt sein. Häufige Ursachen sind:
- Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
- Retinopathia centralis serosa, Makulaödem bzw. Retinaödem
- Epiretinale Gliose (Macular Pucker), Makulaforamen und andere Vernarbungen der Netzhaut
- Migräne (v.a. mit Aura) und Epilepsie
- rechtsseitige posteriore Hirnschädigungen, Insult, intrakranielle Blutungen, Tumoren, Traumata
- Drogenabusus
Diagnostik
Die Charakterisierung der Sehstörung und die differentialdiagnostische Abgrenzung erfolgen durch genaue Anamnese sowie eine ophthalmologische, neurologische und ggf. psychiatrische Abklärung. In der Augenheilkunde dient der Amsler-Test zum orientierenden Nachweis. Zur Quantifizierung werden M-Charts eingesetzt. Bei retinaler Ursache ist die Optische Kohärenztomografie (OCT) zentral.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Retinale Ursachen werden augenärztlich medikamentös oder operativ therapiert. Bei neurologisch bedingten Metamorphopsien ist eine vollständige Rückbildung häufig nicht zu erreichen.
Literatur
- Lang GK. Augenheilkunde. 6. Aufl. Thieme; 2019.
- Burk A, Burk R. Checkliste Augenheilkunde. 6. Aufl. Thieme; 2018.
Quelle
- ↑ Blom JD. Alice in Wonderland syndrome: A systematic review. Neurol Clin Pract. 2016;6(3):259–270.