Projektionsradiographie
Synonym: konventionelle Röntgenuntersuchung
Englisch: projection radiography, conventional radiography
Definition
Die Projektionsradiographie ist ein bildgebendes Verfahren der Röntgendiagnostik, bei dem ein divergierender Nutzstrahlenkegel den Körper durchdringt und die unterschiedlich abgeschwächte Röntgenstrahlung auf einem Röntgendetektor als zweidimensionale Projektion registriert wird.
Physikalisches Prinzip
Die Bildentstehung beruht auf der unterschiedlichen Strahlenschwächung von Röntgenstrahlung in verschiedenen Geweben. Beim Durchgang durch den Körper wird die Strahlung durch Wechselwirkungen mit Materie abgeschwächt, insbesondere durch den Photoeffekt und den Compton-Effekt.
Gewebe unterscheiden sich in ihrer Dichte und Ordnungszahl, wodurch die Wahrscheinlichkeit dieser Wechselwirkungen variiert. Materialien mit hoher Dichte oder hoher Ordnungszahl schwächen die Strahlung stärker ab. Die Intensität der Strahlung hinter dem Körper wird durch das Lambert-Beer-Gesetz beschrieben.
Projektionsprinzip
In der Projektionsradiographie wird die räumliche Struktur eines dreidimensionalen Körpers entlang des Strahlenwegs auf eine zweidimensionale Ebene projiziert. Der Brennfleck der Röntgenröhre wirkt dabei als Strahlenquelle. Die Strahlung breitet sich von dort divergierend aus und bildet ein Schattenbild der durchstrahlten Strukturen auf dem Detektor. Strukturen, die mehr Strahlung absorbieren, erscheinen im Bild heller, während stärker durchstrahlte Bereiche dunkler dargestellt werden.
Projektionsgeometrie
Die geometrischen Eigenschaften des Röntgenbildes werden durch mehrere Abstände bestimmt:
Diese Parameter beeinflussen unter anderem die Projektionsvergrößerung, die geometrische Unschärfe und die Verzerrung der abgebildeten Strukturen.
Detektion der Strahlung
Die abgeschwächte Strahlung wird von einem Röntgendetektor registriert. In der modernen Radiologie kommen vor allem digitale Detektorsysteme zum Einsatz, z.B.:
Die gemessenen Signale werden anschließend in ein digitales Röntgenbild umgewandelt.
Anwendungsgebiete
Die Projektionsradiographie stellt die Urform der Röntgenbildgebung dar und bildet die Grundlage vieler diagnostischer Untersuchungen. Trotz der Entwicklung moderner Schnittbildverfahren wie der Computertomographie bleibt sie aufgrund ihrer schnellen Durchführung, guten Verfügbarkeit und vergleichsweise geringen Strahlendosis ein zentrales Verfahren der radiologischen Diagnostik. Typische Anwendungen sind: