Normokardie
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenEnglisch: normocardia
Definition
Unter einer Normokardie versteht man die physiologische, im Normbereich liegende Herzfrequenz eines Menschen. Beim herzgesunden Erwachsenen entspricht dies in Ruhe einer Frequenz von 60 bis 80 Schlägen pro Minute.
Das Adjektiv lautet normokard.
Abgrenzung
Vor der Normokardie abgegrenzt werden die Bradykardie (zu langsame Herzfrequenz) und die Tachykardie (zu schnelle Herzfrequenz).
Physiologie
Die Normokardie wird beim Gesunden durch den Sinusknoten als primärem Herzschrittmacher gesteuert. Das vegetative Nervensystem passt die Frequenz kontinuierlich an:
- Sympathikus: Steigert die Herzfrequenz bei Belastung (führt zur physiologischen Tachykardie).
- Parasympathikus: Senkt die Herzfrequenz in Ruhephasen (über den Nervus vagus).
Altersabhängige Normwerte
Die Normgrenzen der Herzfrequenz variieren altersabhängig:
| Altersgruppe | Normbereich (Schläge/min) |
|---|---|
| Neugeborene | 120–140 |
| Säuglinge | 130 |
| Kinder | 100–110 |
| Jugendliche | 80–100 |
| Erwachsene | 60–80 |
| Senioren | 90 |
In der Regel stimmt die Herzfrequenz mit der Pulsfrequenz überein. Bei bestimmten Formen der Arrhythmie kann es jedoch zu frustranen Herzkontraktionen kommen, so dass kein messbarer Pulsschlag entsteht.
Klinik
Der Begriff bezieht sich ausschließlich auf die Frequenz (Schläge/Minute) und nicht auf den Herzrhythmus. Eine Normokardie kann daher sowohl bei einem gesunden Sinusrhythmus als auch bei bestimmten Herzrhythmusstörungen vorliegen (z.B. normofrequentes Vorhofflimmern).