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Mikrokalzifikation

(Weitergeleitet von Mikrokalk)

Synonyme: Mikroverkalkung, Mikrokalk
Englisch: microcalcification

1 Definition

Unter einer Mikrokalzifikation versteht man eine kleine, in der Bildgebung sichtbare Kalkeinlagerung im Gewebe. Mikrokalzifikationen entstehen durch degenerative Veränderungen, z.B. nach Entzündungen oder bei Tumoren.

2 Hintergrund

Mikrokalzifikationen können in verschiedenen Organen auftreten u.a. in der Brustdrüse, im Hoden, im Thymus und in der Schilddrüse. Sie können harmlos sein, aber auch ein Hinweis auf einen malignen Tumor.

3 Mammakarzinom

Die proliferierenden Zellen eines Mammakarzinoms werden mit der Zeit nekrotisch und lagern Kalk ein. Diese Einlagerungen bezeichnet man in der Mammographie als Mikrokalzifikation, wenn sie einen Durchmesser unter 0,5 mm haben. Größere Befunde werden als Makrokalzifikation eingeordnet.

Die radiologische Bewertung von Mikrokalzifikationen stützt sich auf die Anzahl, Morphologie und Verteilung der Herde. Gleichförmige Mikrokalzifikationen bezeichnet man als monomorph, ungleichmäßige als pleomorph. Verdächtig sind Mikroverkalkungen insbesondere dann, wenn mehr als 10 unterschiedlich geformte, gruppierte Mikrokalzifikationen vorliegen ("Buchstabensuppe"). Diffus über die Brustdrüse verteilte Mikrokalzifikationen sind hingegen in der Regel gutartig.

Mikrokalzifikationen sind bereits bei nichtinvasiven Formen (insbesondere DCIS) des Mammakarzinoms nachweisbar. Sie stellen derzeit (2019) die einzige relevante Früherkennungsmethode für das Mammakarzinom dar.

4 Schilddrüse

Sonographisch sichtbare Mikrokalzifikationen in Schilddrüsenknoten sind ein möglicher Hinweis auf ein Schilddrüsenkarzinom. In der Regel ist eine Schilddrüsenbiopsie angezeigt, wenn Schilddrüsenknoten Mikrokalk aufweisen und größer als 1-1,5 cm sowie echoarm sind.

5 Hoden

Multiple Mikrokalzifikationen des Hodens kommen im Rahmen der Mikrolithiasis testis vor und führen bei der Sonographie zum sogenannten "Sternenhimmelphänomen". In der Regel haben sie keinen Krankheitswert. Sie können jedoch selten auch ein Zeichen für einen Keimzelltumor sein.

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