Magnetische Sphinkteraugmentation
Englisch: magnetic sphincter augmentation
Definition
Die magnetische Sphinkteraugmentation, kurz MSA, ist ein System aus Titanperlen mit magnetischem Kern, das extraösophageal um den unteren Ösophagussphinkter gelegt wird. Die Magnetkraft der Titanperlen erhöht den Verschlussdruck des Sphinkters gegen gastroösophagealen Reflux (GERD), lässt sich beim Schlucken (Boluspassage) aber kurzzeitig überwinden.
Indikation
Zu den Indikationen gehören ein gesicherter (z.B. durch pH-Metrie) GERD, persistierende Symptome trotz medikamentöser Therapie, insbesondere mit Protonenpumpenhemmern, oder der Wunsch nach einer Alternative zur Langzeitmedikation. Zudem sollten die Ösophagusmotilität erhalten und keine relevanten Motilitätsstörungen vorliegen. Bei Patienten mit Hiatushernie wird häufig eine simultane Hiatusrekonstruktion notwendig, insbesondere bei Hernien, die größer als 3 cm sind.
Vorteile
Die MSA führt zu einer Verbesserung der typischen Refluxsymptome wie Sodbrennen und Regurgitation. Bei vielen Patienten ermöglicht sie eine Reduktion oder sogar das Absetzen von Protonenpumpenhemmern. Im Vergleich zur Fundoplikatio tritt häufig weniger Gas-Bloat auf und es besteht eine bessere Möglichkeit, aufzustoßen oder zu erbrechen. Zudem handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren mit kurzer Operations- und Erholungszeit.
Nachteile
Nachteile sind u.a. MRT-Beschränkungen und postoperative Dysphagie, die meist transient ist. In einzelnen Fällen kann eine endoskopische Dilatation oder die Explantation erforderlich sein. Das Verfahren eignet sich nicht bei schwerer Ösophagusmotilitätsstörung, stark fortgeschrittener GERD oder Vorerkrankungen mit ausgeprägtem perioperativen Risiko.
Literatur
- Schizas et al.: LINX® reflux management system to bridge the "treatment gap" in gastroesophageal reflux disease: A systematic review of 35 studies. World J Clin Cases. 2020
- Katz et al.: ACG Clinical Guideline for the Diagnosis and Management of Gastroesophageal Reflux Disease. American Journal of Gastroenterology, 2022
- Sigakis et al.: Radiographic review of current therapeutic and monitoring devices in the chest. Radiographics, 2018