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Lobelia

Synonyme: Indianer-Tabak, Teufels-Tabak

1 Definition

Die Lobelien, botanisch Lobelia, sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). Einige Arten zeichnen sich durch ihre pharmakologische Wirkung und ethnobotanische Bedeutung aus.

2 Systematik

Lobelia wird innerhalb der Familie Campanulaceae der Unterfamilie Lobelioideae (Lobeliengewächse) zugeordnet. In der Literatur findet sich weiterhin noch die abweichende Einstufung der Lobeliengewächse im Familienstatus (Lobeliaceae). Es sind weltweit über 400 Arten der Gattung Lobelia bekannt. Nennenswert sind insbesondere folgende Arten:

  • Lobelia excelsa
  • Lobelia inflata (Indianer-Tabak)
  • Lobelia polyphylla
  • Lobelia salicifolia
  • Lobelia tupa

Lobelia erinus wird als Zierpflanze häufig in Mitteleuropa kultiviert.

Die Gattung ist weltweit verbreitet, zeigt jedoch einen Schwerpunkt der Diversität in den Tropen und Subtropen sowie insbesondere in der Neotropis (Neue Welt), Subsahara-Afrika und China.

3 Merkmale

Es handelt sich um milchsaftführende, krautige Pflanzen, Stauden und Sträucher mit zygomorphen Blüten, zweiblättrigem Fruchtknoten und durch Verwachsung entstandener Antherenröhre. Als Frucht wird eine meist aufgeblasene Kapsel gebildet.

4 Arzneidrogen

Diverse Lobelia-Arten dienen als Stammpflanzen für die Gewinnung von Lobelienkraut (Herba Libeliae, Lobelia herba), darunter L. excelsa, L. inflata, L. polyphylla und L. tupa. Die Arzneidroge besteht aus den oberirdischen Pflanzenteilen, die gegen Ende der Blütezeit gesammelt werden.

5 Inhaltsstoffe

Lobelien zeichnen sich durch den Gehalt von mindestens 14 verschiedenen Alkaloiden aus. Hinsichtlich der Zusammensetzung kann es zu artspezifischen Variationen kommen. Der Gesamtalkaloidgehalt kann zwischen 0,2 und 0,6% betragen. Die Alkaloide können wie folgt unterteilt werden:

  1. Lobelingruppe: Lobelin, Lobelanin, Lobelanidin und deren Derivate
  2. Lebolingruppe
  3. Loboningruppe: Isolobinin

Als Hauptalkaloid wird Lobelin angegeben. In Kultur kann ein erhöhter Lobelingehalt erreicht werden.

6 Verwendung

Lobelia-Präparate werden in der Alternativmedizin genutzt. Eine schulmedizinische Anwendung findet nicht statt.

Zahlreiche Lobelia-Arten wurden und werden im Rahmen traditioneller Anwendungen genutzt. Dies umfasst die Bedeutung als Zauberpflanze für indigene Völker, Rauschmittel und Tabakersatz. Die Anwendung erfolgt zumeist in Form von Teeaufgüssen oder durch Rauchen von Pflanzenmaterial. Lobelia salicifolia wird vom Volk der Mapuche als Arzneipflanze verwandt.

7 Toxikologie

Eine Überdosierung von Pflanzenmaterial oder Zubereitungen daraus kann zu einer Intoxikation führen. Im Vordergrund stehen dabei neurotoxische und kardiovaskuläre Effekte. Es können psychotrope Wirkungen, Sedierung, Bradykardie und weitere Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Nausea, Emesis, Kämpfe und Atemlähmung auftreten.

8 Literatur

  • Bresinsky, Körner et al.: Strasburger - Lehrbuch der Botanik, Spektrum akadem. Verlag, 36. Aufl.
  • Alberts & Mullen: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere, Franckh Kosmos, 2. Aufl.

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