Liquornachweis
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LoslegenDefinition
Ein Liquornachweis dient dazu, bei einem Flüssigkeitsaustritt aus der Nase oder dem Ohr eine Liquorrhoe zu bestätigen oder auszuschließen.
Labormedizin
Für den Liquornachweis wird das zu untersuchende Sekret möglichst direkt in einem sterilen Gefäß oder einer kleinen Spritze ohne Kanüle gesammelt. Wenn das nicht möglich ist, kann ein trockener Tupfer ohne Zusätze verwendet werden. Transportmedien und die Zugabe von Flüssigkeit sind zu vermeiden. Maßgeblich sind die Vorgaben des untersuchenden Labors.[1]
Der Nachweis erfolgt vor allem anhand von zwei Proteinen:
- Beta2-Transferrin (Asialotransferrin): Der qualitative Nachweis erfolgt üblicherweise mittels Immunfixationselektrophorese. Beta2-Transferrin ist ein hochspezifischer Marker für Liquor, kommt jedoch auch in der Perilymphe und in Augenflüssigkeiten vor.
- Beta-Trace-Protein (β-TP): Die quantitative Bestimmung erfolgt meist mittels Nephelometrie. Die Konzentration ist im Liquor deutlich höher als im Blutserum und im Nasensekret.[2]
Die Interpretation der β-TP-Konzentration richtet sich nach dem verwendeten Verfahren, dem Probenmaterial und den validierten Cut-off-Werten des Labors. Eine allgemeingültige Grenze besteht nicht. In einer Studie mit Nasensekret erreichte ein Cut-off von 1 mg/l eine Sensitivität von 96,5 % und eine Spezifität von 97,1 %.[3]
Bei grenzwertigen Befunden kann die zusätzliche Bestimmung im Serum und die Berechnung des Sekret-Serum-Quotienten hilfreich sein. Eine Niereninsuffizienz kann durch erhöhte β-TP-Serumkonzentrationen die Interpretation erschweren.
Ein negativer Labortest schließt eine Liquorrhoe bei hohem klinischem Verdacht nicht sicher aus, beispielsweise bei intermittierendem Flüssigkeitsaustritt. In solchen Fällen ist eine weitere Abklärung mittels Bildgebung erforderlich. Der Proteinnachweis bestätigt den Liquoranteil im Sekret, lokalisiert jedoch nicht die Leckstelle.[4]
Notfallmedizin
Im Bereich der orientierenden Notfalldiagnostik können Nasen- oder Ohrsekrete auch mit Hilfe eines Glukoseteststreifens überprüft werden. Da der Glukosespiegel im Liquor höher ist als im Nasensekret, lenkt ein hoher Glukosewert des Sekrets den Verdacht auf eine Liquorrhoe. Die Aussagekraft ist jedoch eingeschränkt. Wegen unzureichender Sensitivität und Spezifität wird das Verfahren nicht mehr empfohlen.
Quelle
- ↑ Mayo Clinic Laboratories. Beta-Trace Protein, Body Fluid. Abgerufen am 07.10.2026.
- ↑ Torabi SJ et al. Multimodal diagnosis of cerebrospinal fluid rhinorrhea: State of the art review and emerging concepts. Laryngoscope Investig Otolaryngol. 2024;9(3):e1272.
- ↑ Cut-off value for β-trace protein (β-TP) as a rapid diagnostic of cerebrospinal fluid (CSF) leak detection. Laryngoscope Investig Otolaryngol. 2023.
- ↑ ARUP Consult. Cerebrospinal Fluid (CSF) Leak. Abgerufen am 07.10.2026.