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Linksschenkelblock

Abkürzung: LSB

1 Definition

Der Linksschenkelblock ist ein Schenkelblock, bei dem der komplette linke Tawara-Schenkel oder dessen Anteile in der Erregungsleitung gestört sind.

Siehe auch: Erregungsleitungssystem des Herzens

2 Formen

Grundsätzlich werden 3 Formen des Linksschenkelblockes unterschieden.

2.1 Linksschenkelblock

Bei einem Linksschenkelblock liegt die Blockade vor der Bifurkation des linken Tawara-Schenkels oder es liegt eine Kombination aus linksanteriorerem und -posteriorem Hemiblock (s.u.) vor.

Im EKG beträgt die QRS-Zeit > 0,12s, in den Ableitungen V5 und V6 finden sich charakteristischerweise aufgesplittete Kammerkomplexe, in den Ableitungen V1 und V2 finden sich tiefe S-Zacken. Häufig besteht eine Diskordanz zwischen QRS-Komplex und T-Welle.

Der obere Umschlagpunkt (Punkt der endgültigen Negativitätsbewegung im EKG) liegt bei einem LSB in Ableitung V5/6 bei > 55ms.

Von einem inkompletten Linksschenkelblock ist zu sprechen, wenn bei den genannten Eigenschaften im EKG der QRS-Komplex eine Dauer zwischen 0,10-0,11s aufweist.

2.2 Linksanteriorer Hemiblock

Der linksanteriore Hemiblock ist der häufigste Schenkelblock. Er geht mit einem überdrehten Linkstyp einher. Der R/S-Umschlag ist auf die Ableitung V6 verzögert, es findet sich eine RI/SII/SIII-Konfiguration in den Extremitätenableitungen.

2.3 Linksposteriorer Hemiblock

Der linksposteriore Hemiblock führt im EKG zur Ausbildung eines Rechtstyps bzw. überdrehten Rechtstyps. Ein linksposteriorer Hemiblock kann jedoch nur diagnostiziert werden, wenn andere Ursachen für den Rechtstyp (Belastung des rechten Herzens) sicher ausgeschlossen sind.

3 Ätiologie

Ein Linksschenkelblock beruht meistens auf einer Linksherzhypertrophie. Weitere übliche Ursachen sind eine koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Kardiomyopathien (u.U. mit Hypertrophie) und die Myokarditis.

Fachgebiete: Kardiologie

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