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Lateral-Flow-Test

Synonym: Lateral-Flow-Assay
Englisch: lateral flow test

1 Definition

Ein Lateral-Flow-Test ist ein labormedizinisches Verfahren zum Nachweis von Stoffen in Flüssigkeiten mit Hilfe von markierten Antikörpern. Es stellt eine Kombination aus Dünnschichtchromatographie und Immunassay dar. Dieses Testprinzip steckt hinter vielen gängigen Schnelltests.

siehe auch: Immunchromatographie

2 Testprinzip

Das Grundprinzip der Lateral-Flow-Tests ist eine Antigen-Antikörper-Reaktion, ähnlich wie bei den ELISA: Eine Probe läuft entlang einer porösen Oberfläche, die an bestimmten Stellen mit reaktiven Molekülen bestückt ist. Die Moleküle werden so gewählt, das eine Farbreaktion zustande kommt. Ist der gesuchte Stoff in der Probe, lässt sich das visuell oder photometrisch ablesen.

Die gesamten Bestandteile sind in einer Testkassette angeordnet. Der Teststreifen ist ein Trägermaterial aus porösem Papier oder einem speziell strukturierten Polymer, das wie ein Schwamm aufgebaut ist. Innerhalb des Teststreifens fließt die Flüssigkeit spontan unter dem Einfluss von Kapillarkräften.

Die Probe wird auf ein Testfeld aufgebracht und anschließend ein Laufmittel (Pufferlösung) hinzugefügt. Alternativ kann die Probe auch vorher mit dem Laufmittel zu einer Testlösung gemischt werden, die dann aufgeträufelt wird.

Die Probe wandert mit dem Laufmittel in einen Bereich des Teststreifens, in dem sich gefriergetrocknete Immunkonjugate in einer Salz-Zucker-Matrix befinden. Diese markierten Antikörper sind gegen die gesuchte Substanz, den Analyten, gerichtet. Ihre Farbmarkierung kann mit verschiedenen Substanzen erfolgen, am häufigsten werden aber Latex (blau) und Gold (rot) verwendet. Die markierten Antikörper werden durch das Laufmittel mobilisiert und können mit der Probe (Antigen) reagieren.

Die entstandenen Antigen-Antikörper-Komplexe wandern weiter im Teststreifen, bis sie auf den Ablesebereich treffen, der weitere Antikörper enthält, diesmal jedoch in immobilisierter Form. Diese Antikörper fixieren den Analyten, wenn er in der Lösung vorhanden ist und führen durch die Anreicherung der farbmarkierten Antigen-Antikörperkomplexe zu einer sichtbaren Verfärbung.

Zusätzlich enthalten Lateral-Flow-Tests eine Kontrollinie, die Antikörper gegen das verwendete Immunkonjugat enthält. Sie dient dazu, den ordnungsgemäßen Ablauf des Tests beurteilen zu können, vor allem, ob die Probe den Teststreifen vollständig durchwandert hat.

Diese Seite wurde zuletzt am 24. August 2020 um 15:37 Uhr bearbeitet.

Mag sein, aber wir versuchen alle Begriffe abzubilden, die draußen rumschwirren. Und Lateral-Flow-Test ist nun mal einer von ihnen.
#2 vor 42 Tagen von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Das ist mal wieder so eine typische Schrott-Namensgebung, die keinerlei Rückschluss auf die eigentliche Methode zulässt. Könnte auch aus der Doppler-Sonografie stammen. Es gibt auch immunchromatografische Teststreifen, die man in die zu untersuchende Flüssigkeit senkrecht reinstellt, z. B. beim Drogentest im Urin. Vielleicht heißen die demnächst "Vertikal-Flow-Test". Hauptsache englisch und modern.
#1 am 24.08.2020 von Dr. med. Norbert Ostendorf (Arzt | Ärztin)

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