Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Koronares Steal-Phänomen

Synonym: koronarer Steal-Effekt, coronary steal-Phänomen, coronary steal-Effekt
Englisch: coronary steal effect, coronary steal phenomen

1 Definition

Als koronares Steal-Phänomen - nicht zu verwechseln mit dem koronaren Steal-Syndrom - bezeichnet man eine medikamenteninduzierte Durchblutungsumverteilung der Koronararterien, die mit einer Minderperfusion stenosierter Herzkranzgefäße (KHK) einhergeht.

2 Mechanismus

Durch eine Dilatation der subepikardialen Koronargefäße resultiert eine Abnahme des Perfusionsdruckes, der für eine adäquate Durchblutung der in der Regel subendokardial gelegenen stenosierten Gefäßabschnitte notwendig ist.

Gefäße, die z.B. durch Atherosklerose stenosiert sind, können medikamentös nicht mehr aufgeweitet werden. Bei abfallendem Perfusionsdruck verringert sich daher ihr Blutfluss - in den von ihnen versorgten Herzmuskelarealen kommt es dann zu einer Ischämie. Auch möglicherweise bestehende Kollateralen zwischen den oberflächlichen Gefäßen zu den tiefen poststenotischen Gefäßabschnitten werden aufgrund des myokardialen Kompressionsdruckes der intramuralen Gefäßabschnitte unzureichend durchblutet.

Die poststenotische Minderperfusion verstärkt die Myokard-Ischämie mit der Folge einer Auslösung oder Verstärkung eines Angina pectoris- Anfalls.

3 Medikamente

Medikamente, die ein koronares Steal-Phänomen verursachen können sind u.a.:

Volatile Inhalationsnarkotika (z.B. Isofluran, Desfluran) führen im Gegensatz zu früherer Lehrbuchmeinung nicht zu einem Steal-Phänomen. Ironischerweise besitzt Isofluran sogar eine kardioprotektive Wirkung. [1][2]

4 Quellen

  1. Crystal GJ Isoflurane and the Coronary Steal Controversy of the 1980s: Origin, Resolution, and Legacy, J Anesth Hist. 2017 Apr;3(2):56-62, abgerufen am 28.08.2019
  2. Agnew NM et al. Isoflurane and coronary heart disease, Anaesthesia. 2002 Apr;57(4):338-47, abgerufen am 28.08.2019

Diese Seite wurde zuletzt am 28. August 2019 um 10:03 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

19 Wertungen (3.74 ø)

65.278 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: